Verbrauchertipp: Prepaid-Karte

Seit Mitte Dezember 2016 können Prepaid-Karten nicht mehr anonym gekauft werden. Über die Hintergründe und was zu beachten ist, informiert Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale..

Keine anonymen Prepaid-Karten mehr seit Mitt Dezember 2016 (Foto: Jonas Hamers, BELGA)

Keine anonymen Prepaid-Karten mehr seit Mitte Dezember 2016 (Foto: Jonas Hamers, BELGA)

Um mit seinem Smartphone oder Handy zu telefonieren, hat man entweder ein Abo oder man kauft sich eine Prepaid-Karte. Seit Mitte Dezember letzten Jahres muss jeder, der eine Prepaid-Karte kauft, sich registrieren lassen, beziehungsweise seinen Personalausweis vorlegen.

Der Hintergrund

Ganz einfach, damit man nicht mehr anonym Prepaid-Karten erwerben und somit rumtelefonieren kann.Das Ganze ist natürlich unter anderem auf die Anschläge in Brüssel und in anderen europäischen Städten zurückzuführen.

Und schlussendlich ist das alles Bestandteil des Anti-Terror-Pakets der Föderalregierung, damit Terroristen und Kriminelle es nicht mehr so einfach haben, anonym per Handy zu telefonieren.

Wo kann Otto-Normalverbraucher sich registrieren lassen?

Da gibt es einmal zwei Möglichkeiten:

Die erste ist ins nächste Geschäft eines Telekommunikationsanbieters zu gehen und sich dort registrieren zu lassen. Ganz wichtig: auf jeden Fall den Personalausweis mitbringen.

Die andere Möglichkeit ist, sich auf der Website eines Anbieters registrieren lassen.

Das geht in den meisten Fällen nur, wenn ich auch über ein Kartenlesegerät verfüge. Hier muss man auch ein bisschen aufpassen, denn hier scheint es mit der Technik auch manchmal Schwierigkeiten zu geben.

Wer auf Nummer sicher gehen will, und das gilt vor allen Dingen für ältere Menschen, der geht ins nächste Telekom-Geschäft, beziehungsweise das Geschäft seines Anbieters.

Welche Daten werden benötigt?

Im Grunde genommen sind das der Name und der Vorname, dann die Adresse, wo ich meinen Wohnsitz habe und die Nationalregisternummer. Diese Daten befinden sich alle auf dem Personalausweis.

Ältere Prepaid-Karten werden ab dem 7. Juni 2017 deaktiviert

Die Föderalregierung hat natürlich eine Übergangsfrist von einem halben Jahr eingeräumt, so dass man nicht von heute auf morgen nicht mehr telefonieren kann, weil man vergessen hat, sich zu registrieren. Also wie gesagt für alle jene, die schon eine ältere Prepaid-Karte besitzen, müssen sich bis zum 7. Juni bei ihrem Anbieter registrieren lassen.

Was geschieht mit den persönlichen Daten?

Ich muss ehrlich sagen, die Sache ist für mich gar nicht klar. Auf der einen Seite steht im Gesetz geschrieben, dass diese Daten nicht weiter gereicht werden dürfen. Und im gleichen Atemzug verweist man auf ein anderes Gesetz, wo genau diese Daten zu kommerziellen Zwecken verwendet werden können. Also hier ist irgendwo der Wurm drin. Um die Wahrheit zu sagen, dieses Thema wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen.

Man sollte im Umgang mit seinen persönlichen Daten sehr vorsichtig sein. Das Problem ist, dass es auch hier wieder zu Betrügereien kommen kann. Indem sich zum Beispiel an der Haustüre oder per Telefon eine Person meldet, die sich dann als angeblicher Mitarbeiter eines Telefonanbieters ausgibt und nach persönlichen Daten verlangt. Oder aber man bekommt eine SMS zugeschickt, mit der Aufforderung seinen PIN-Code für die Registrierung weiter zu geben.

Wir raten dazu: Man sollte auf keinen Fall seine persönlichen Daten weitergeben, wenn man nicht sicher ist, dass der Ansprechpartner auch wirklich der gewünschte Ansprechpartner oder Telekommunikationsanbieter ist.

Im Zweifelsfall einfach seinen Anbieter kontaktieren und nachfragen.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien

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