Verbrauchertipp: Mindesthaltbarkeitsdatum für Lebensmittel

Ein Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt: das termingerechte Wegwerfen von Lebensmitteln. Für Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale ist es wichtig, zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum zu unterscheiden.

Verbrauchertipp Haltbarkeitsdatum

Wegwerfen was über dem Haltbarkeitsdatum liegt?

Einer Studie zufolge landen allein in Großbritannien täglich 1,3 Millionen ungeöffnete Joghurtbecher im Haushaltsmüll. Tatsache ist, dass viele Verbraucher einfach so handeln: Sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, wandern Lebensmittel in den Müll. Aber das muss nicht sein.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt das Lebensmittel seine Eigenschaften wie Geschmack, Geruch und Nährwert behält, wenn es denn richtig gelagert wird. Das ist nämlich ganz wichtig. Das heißt aber nicht, dass nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum das Lebensmittel automatisch verdorben ist.

Tiefkühlspinat verliert erst nach 5 Monaten Farbe und Geschmack. Aber das ist kein Grund, die Verpackung sofort weg zu werfen, denn haltbar ist er bis zu 2 Jahren. Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum eines Joghurts am vergangenem Wochenende abgelaufen ist, sollte man testen: Einfach mal den Joghurt mit seinen Sinnen überprüfen, zum Beispielden Joghurt genau anschauen, mal dran riechen und zuletzt eben probieren. Es ist ja so, dass die Hersteller ein Mindesthaltbarkeitsdatum auch sicher garantieren wollen und das können sie ja nur, wenn sie einen Zeitpuffer einkalkulieren. Deshalb sind viele Lebensmittel auch nach Ablauf des angegeben Datums noch genießbar.

Verbrauchsdatum

Das ist jetzt eine ganz andere Geschichte. Produkte, die mit einem Verbrauchsdatum versehen sind, müssen bis zu diesem Datum auf der Verpackung verzehrt sein. Das Verbrauchsdatum kommt vor allem bei leicht verderblichen Lebensmitteln zum Einsatz, wie zum Beispiel bei „Hackfleisch“ oder auch bei „Feinkostsalaten“. Und das muss man dann auch ernst nehmen.

Das Verbrauchsdatum nennt den letzten Tag, an dem das Lebensmittel noch verzehrt werden kann. Also wichtig ist, zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum zu unterscheiden. Das ist jetzt auch nicht so schwierig. Man weiß ja auch ein bisschen, was verderbliche Waren sind: wie zum Beispiel verpacktes Frischfleisch oder verpackten frischen Fisch oder wie eben schon genannt „Frischsalate“.

Richtwerte

Die gibt es tatsächlich. Die Verbraucherzentrale Hamburg sagt beispielsweise, Milch in einer ungeöffneten Verpackung ist nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch nach drei Tagen genießbar. Eier können noch zwei Wochen später verwendet werden – allerdings eher zum Kochen und Backen und nicht roh, etwa für Nachspeisen wie Tiramisu. Mehl, Reis und Nudeln können noch mehrere Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verwendet werden, wenn sie trocken gelagert werden.

Aber wichtig ist, dass der Verbraucher auch mal genau auf das Etikett schaut. Denn dort stehen in vielen Fällen Angaben, wie das entsprechende Produkt aufbewahrt werden soll. Zum Beispiel trocken und kühl lagern oder vor Licht schützen. Manchmal findet man auch Angaben zum Verzehr, wie zum Beispiel „nach dem Öffnen innerhalb von 2 Tagen verzehren“ oder „geöffnet gekühlt drei Tage haltbar“.

Man kann ja auch ein bisschen darauf achten, wie man die Sachen im Kühlschrank lagert. Denn der hat ja auch unterschiedliche Temperaturzonen: Ganz oben, wo es am wärmsten ist, sollte Selbstgekochtes platziert werden. In der Mitte dann Käse und Milchprodukte und auf die untere Glasplatte leicht Verderbliches wie Fleisch und Fisch. Aber ich denke, die meisten wissen das ja.

Lebensmittelverschwendung

Das stimmt, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum bei so manchen Politikern auf Unmut stößt. In Europa werden jährlich 90 Millionen Tonnen Lebensmittel auf den Müll geschmissen. Das ist Fakt. Um das in genaueren Zahlen zu fassen: Jeder EU-Bürger wirft knapp 180 Kilogramm Obst, Gemüse, Fleisch und andere Nahrungsmittel in die Tonne.

Aber das kann man nicht alleine dem Mindesthaltbarkeitsdatum in die Schuhe schieben. Dazu sind noch eine ganze Reihe anderer Faktoren verantwortlich. In unseren Augen ist es wichtiger, dass der Verbraucher lernt, die Etikettierung eines Lebensmittels besser zu entziffern. Dazu gehört eben auch das Mindesthaltbarkeitsdatum. Und er muss wissen, dass bei Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, das Lebensmittel nicht weggeworden werden muss, wenn er denn das Lebensmittel auch richtig gelagert hat.

Weitere Infos gibt es auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale

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