Verbrauchertipp: Mietindex 2017

Noch bis zum 31. März 2017 darf die Miete nicht indexiert werden. Aber es betrifft nicht alle Mietverträge. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale empfiehlt, sich beraten zu lassen.

Mieterhöhung

Die Preisentwicklung hat auch einen Einfluss auf den Mietpreis und zwar geht es um den Mietindex. Genau genommen handelt es sich nicht um eine Mieterhöhung, sondern um eine Anpassung des Mietpreises an die Lebenshaltungskosten. Im Grunde wird verglichen, wie viel war der Euro zu Beginn des Mietverhältnisses wert und wie viel ist er jetzt wert. Es gibt Jahre, da handelt es sich tatsächlich um eine reine Formsache, wenn der Mietindex keine großen Auswirkungen auf den Mietpreis hat. Aber es hat auch Jahre gegeben, da haben manche Mieter plötzlich ganz schön tief in die Tasche greifen müssen.

Woher die Schwankungen?

Der Mietindex ist gebunden an die Inflation. Wenn plötzlich das Leben im Allgemeinen teurer wird, steigen auch im Nachhinein die Mieten. Das heißt, der Mietindex ist an den Gesundheitsindex gebunden. Und dieser berücksichtigt die Preisentwicklung beispielsweise von Heizöl, Gas und Strom. Wenn die jetzt plötzlich drastisch steigen, dann schießt quasi der Gesundheitsindex nach oben und das hat dann Auswirkungen auf den Mietindex und letztendlich auf den Mietpreis.

Einfrieren des Mietindex

Die Wallonische Region hat beschlossen, den Mietindex für ein Jahr lang einzufrieren. Die Wallonische Region will mit diesem Instrument ganz einfach die Kaufkraft der Bürger erhöhen. Um genauer zu sein: Noch bis zum 31. März 2017 darf die Miete nicht indexiert werden. Ab dem 1. April darf dann zwar wieder indexiert werden, aber für die Berechnung wird der Index des Vorjahres genommen.

Diese Maßnahme gilt nicht für alle Mietverträge

Die Frist, den Mietindex einzufrieren, beträgt ein Jahr und begann am 1. April 2016. Und diese Maßnahme betrifft alle Mietverträge, die vor dem 1. April 2016 geschlossen wurden. Mietverträge, die ab diesem Datum geschlossen wurden, beispielsweise im letzten Sommer, die dürfen wie gewohnt indexiert werden.

Berechnung des Mietvertrages

Hier geht es ja zunächst einmal um den Vermieter, der die Berechnung des Mietvertrages vornimmt. Und bei dieser Berechnung braucht der Vermieter drei verschiedene Zahlen, die er wissen muss: Da ist einmal die Basismiete, dann der Gesundheitsindex und zum Schluss der Ausgangsindex. Der neue Mietpreis wird errechnet indem man die Basismiete mit dem neuen Gesundheitsindex multipliziert und das Ganze dann durch den Ausgangsindex teilt.

Durch die Tatsache, dass der Mietindex für ein Jahr lang eingefroren wurde und dies betrifft naturgemäß eine ganze Reihe von Mietverträgen, kann ich den Vermietern nur empfehlen, sich von einem Fachmann oder einer Fachfrau der Verbraucherschutzzentrale beraten zu lassen, da die Sache doch recht kompliziert ist.

Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter vsz.be – die Rufnummer 087/59 18 50.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale

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