Verbrauchertipp: Smartphones

Wer ein Smartphone kauft, sollte sich vielleicht einmal Gedanken machen über den enormen Aufwand an Energie und die Folgen der Produktion. Eine Alternative ist das Fairphone. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale mit einem Appell an die Verbraucher.

Smartphones

Fast jeder hat eins und wir kommen ohne nicht mehr aus. Beim Kauf eines Smartphones interessiert uns natürlich der Preis, aber auch was die Dinger so können: von der Speicherkapazität bis hin zur Pixelgröße der Kamera. Was uns weniger interessiert ist, wie die Dinger produziert werden und welche Folgen das für Mensch und Umwelt hat.

Umweltstudie von Greenpeace

Die Greenpeace-Experten haben sich die Mühe gemacht und ausgerechnet, wie viel Energie in den letzten 10 Jahren für die Produktion von Smartphones aufgewendet wurde. Das sind insgesamt 968 Terra-Watt-Stunden. Eine ungeheure Zahl. Mit dieser Energiemenge – so sagt Greenpeace – hätte man Belgien 11 Jahre lang mit Strom versorgen können.

Greenpeace möchte vor allem auf die enormen Folgen aufmerksam machen, die die Produktion von Smartphones begleiten. Neben dem enormen Energieaufwand sind es vor allem die verschiedenen Materialien, die in einem Smartphone stecken, die bei der Produktion zum Teil große Probleme verursachen.

Konfliktmineralien Zinn, Tantal, Gold und Wolfram

So finden sich in einem Smartphone vier verschiedene – ich würde mal sagen – Konfliktmineralien. Das sind Zinn, Tantal, Gold und Wolfram.

Diese vier Mineralien kommen sehr oft aus dem Kongo und den umliegenden Ländern. In diesen Ländern, vor allem im Osten des Kongos, gibt es immer wieder Konflikte, die verschiedene Gründe haben. Oft ist es so, dass Bandenchefs, Kriegsfürsten oder so genannte Warlords ein Gebiet kontrollieren, in dem eine Mine ist. Bergarbeiter dürfen dann dort nur arbeiten, wenn sie an diese Warlords Steuern bezahlen.

Ein anderes Beispiel: Gold ist ein wichtiges Mineral und um 100 Kilogramm Gold zu gewinnen, müssen 100.000 Tonnen Gestein abgebaut werden. Zudem kann man sagen, dass die Montage und die Produktion von Smartphones häufig ausbeuterische Züge trägt. Also die Arbeitsbedingungen bei vielen Handyherstellern – die meisten werden ja ausnahmslos in China produziert – sind katastrophal.

All das sind Probleme, die nun mal bei der Produktion von Smartphones anfallen und über die selten gesprochen wird.

Fairphone

Das Fairphone ist in der Tat ein bemerkenswertes Smartphone, weil es zum einen modular aufgebaut ist. Das heißt, wenn beispielsweise die Kamera defekt ist oder der Akku kaputt, dann kann man diese Teile ohne viel Geld auszugeben ersetzen. Das kann man zur Not auch selbst machen, wenn man dazu das nötige Kleinwerkzeug hat.

Bei der Herstellung von diesem Fairphone versucht das Unternehmen so weit es eben nur möglich ist, faire Materialien zu verwenden. Wichtiger aber noch ist, den Produktionsprozess vollkommen transparent zu gestalten. Darauf legen sie großen Wert. Denn auch das Fairphone ist nicht vollkommen fair, das geben die Hersteller selbst zu.

Die Niederländer, die hinter diesem Projekt stecken, möchten aber vor allem eine Diskussion über die Produktionsbedingungen von Smartphones in Gang bringen.

Appell an die Verbraucher

Was kann ich denn als Verbraucher dazu beitragen, dass der negative Einfluss auf Mensch und Umwelt möglichst gering bleibt?

Das erste was ist: Ich muss nicht alle zwei Jahre ein neues Smartphone kaufen und jeder Mode hinterherjagen. Das heißt, dass Smartphone möglichst lange benutzen und nur eins kaufen, wenn es wirklich notwendig ist.

Und sollte es kaputt sein, vielleicht reparieren lassen. Eine Alternative zu den Handyshops können auch so genannte Repair-Cafés sein. Denn jede Reparatur verlängert die Lebensdauer eines Smartphones, schützt die Umwelt und spart wertvolle Rohstoffe.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale, Foto: Nicolas Maeterlinck/Belga

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