Verbrauchertipp: 30 % mehr Klagen beim föderalen Ombudsdienst für Energie

Bei Problemen mit dem Energieanbieter kommt der Ombudsdienst für Energie in Frage und dafür ist auch die Verbraucherschutzzentrale in Ostbelgien verantwortlich. Bernd Lorch mit mehr Informationen.

Stromrechnung (Foto: Siska Gremmelprez, Belga)

Wer kann den Ombudsdienst für Energie in Anspruch nehmen?

Im Prinzip kann jeder den Dienst in Anspruch nehmen. Nur eine Sache muss vorher erledigt werden und zwar muss ich den Energielieferanten schon mal am besten schriftlich kontaktiert und versucht haben, das Problem selbst zu lösen. Also ich muss die ganze Sache nachweisen können.

Und wenn das nicht geklappt hat, kann ich den Ombudsdienst für Energie in Anspruch nehmen. Die Leute hier in Ostbelgien können sich an die Verbraucherschutzzentrale wenden, weil wir ein Abkommen mit dem Föderalen Ombudsdienst für Energie geschlossen haben.

Also wenn der Energieanbieter nicht zufriedenstellend reagiert hat, kann man natürlich eine Klage beim Ombudsdienst einreichen. Der Mediator, bzw. der Vermittler nimmt dann Kontakt mit dem Energieanbieter auf und versucht eine Lösung für das Problem zu finden, beziehungsweise eine Erklärung vom Anbieter zu erhalten.

Welche Art von Beschwerden können eingereicht werden?

Bei den meisten Beschwerden handelt es sich um Energierechnungen, Zählerangaben, Anbieterwechsel oder Kündigung von Energieverträgen oder ich bin mit der Dienstleistung nicht zufrieden.

Anders sieht es aus beispielsweise mit dem Stromzähler: Also wenn mein Stromzähler defekt sein sollte, dann wende ich mich an ORES und nicht an den Föderalen Ombudsdienst für Energie.

Zuständigkeit des Ombudsdienstes

Das Ziel des Ombudsdienstes ist, eine gütliche Einigung zu erreichen. Kommt es zu keiner Einigung, dann kann der Ombudsdienst eine so genannte Empfehlung aussprechen. Und wenn das Unternehmen die Empfehlung nicht akzeptiert, dann muss es seine Entscheidung aber gut begründen.

Das hier ist nicht die Wirtschaftsinspektion die Sanktionen, bzw. Geldstrafen verhängen kann. Hier geht es um Vermittlung und Schlichtung. Und ganz wichtig: Dieser Dienst ist natürlich kostenlos.

30 % mehr Beschwerden

Das liegt vor allen Dingen an eine Reihe von politischen Entscheidungen. So ist zum Beispiel die Mehrwertsteuer für Energie von 6 auf 21 Prozent gestiegen Dann sind die kostenlosen Kilowattstunden in Flandern gestrichen worden.

Und eine Reihe von weiteren Entscheidungen, wie zum Beispiel ist der Beitrag an den Energiefonds in Flandern auf 100 Euro für einen mittleren Verbrauch gestiegen.

Art der Beschwerden

Die meisten Leute beschweren sich über angeblich falsche Zählerangaben, das sind so rund 21 Prozent – also ein Fünftel – aller Beschwerden. Ein weiterer Knackpunkt ist die mangelnde Transparenz bei der Preisgestaltung, also dass die Preise nicht klar und deutlich gezeigt werden. Dann gibt es auch immer wieder Probleme bei der Abrechnung oder Probleme bei der Zahlung wie auch Probleme beim Wechsel des Energieversorgers.

Weitere Infos im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale, foto: Siska Semmelprez/BELGA

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