Forum – 5. März: Abstrakte im 20. und 21. Jahrhundert

Das Museum in Ludwig in Köln zeigt zwei Meister der abstrakten Kunst: Gerhard Richter und den weniger bekannten Otto Freundlich, der 1943 von den deutschen Nationalsozialisten im Konzentrationslager Majdanek umgebracht wurde.

Gerhard Richter: Abstraktes Bild (947-2)

Gerhard Richter: Abstraktes Bild (947-2)

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Forum von Sonntag, dem 5. März 2017

Gerhard Richter ist der teuerste lebende Künstler der Welt. Aber nicht nur der Kunstmarkt ist begeistert, wenn Richter gleich 26 neue Bilder zum ersten Mal öffentlich zeigt.

Eigentlich wollte das Kölner Museum Ludwig zum 85. Geburtstag von Gerhard Richter nur eine kleine Ausstellung mit Werken aus der eigenen Sammlung zusammenstellen. Doch dann kam der Künstler überraschend mit dem Vorschlag, seine gesamte Produktion des Jahres 2016 zu präsentieren: 26 abstrakte Bilder, die in seinem Kölner Atelier entstanden sind und die Richter selbst im Museum Ludwig gehängt hat. In Räumen, die mit der Sammlung korrespondieren : So sind faszinierende Wechselwirkungen mit Marc Rothko oder Blinky Palermo zu beobachten.

Der Künstler Gerhard Richter hat viele Standbeine. Seit den 1970er Jahren gehören abstrakte Bilder dazu. Abstrakte Bilder, die sich ständig weiterentwickelt haben. Kuratorin Rita Kersting erläutert die neueste Entwicklung in Forum.

So bekannt der Name Gerhard Richter ist, so unbekannt dürfte das Werk von Otto Freundlich bei vielen Kunstliebhabern sein. Die letzte große Retrospektive fand vor fast 40 Jahren in Bonn statt. Das Kölner Ludwig Museum zeigt jetzt 80 Werke unter dem Titel „Kosmischer Kommunismus“. Die Schau legt den Schwerpunkt auf den abstrakten Maler Otto Freundlich, der allerdings mit einer Skulptur berühmt wurde.

Seine Plastik „Grosser Kopf“ setzten die deutschen Nationalsozialisten 1938 auf das Plakat der Ausstellung „Entartete Kunst“.

Exponate wie das Mosaik „Geburt des Menschen“ aus dem Jahr 1919 oder späte Gouachen aus den 1940er Jahren belegen aber, dass die Stärken von Otto Freundlich in seinem Umgang mit Farbe und Komposition lagen. Kuratorin Julia Friedrich hat die Ausstellung drei Jahre lang vorbereitet und hofft, dass Otto Freundlich in Zukunft auch im Ausland die nötige Aufmerksamkeit zukommen wird.

Die Retrospektive von Otto Freundlich läuft im Museum Ludwig in Köln bis zum 14. Mai, bevor sie auf ihrer zweiten Station ab September in Basel zu sehen sein wird. Die Schau der neuen Bilder von Gerhard Richter endet am 1. Mai.

Werner Barth - Fotos: Rheinisches Bildarchiv Köln/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg/Joachim Werkmeister (Wilhelm Hack Museum)/Applicat Prazan/Gerhard Richter

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