Verbrauchertipp: Online-Handel ist alles andere als gut für die Umwelt

Mehr als 60 Prozent der Belgier haben im letzten Jahr mindestens einmal online eingekauft. Was auf den ersten Blick ziemlich praktisch und oft auch noch preisgünstig klingt, hat auch seine Schattenseiten. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien mit der Umwelt-Bilanz.

Online-Shopping (Foto: JonasHamers/AFP)

Online-Shopping (Foto: JonasHamers/AFP)

Die Umweltbilanz von Einkäufen im Laden um die Ecke und von Online-Shops lässt sich nicht so leicht berechnen, weil hier viele Faktoren mitspielen. Es ist ein Unterschied, ob ich meine Einkäufe zu Fuß, mit dem Bus – das heißt mit öffentlichen Verkehrsmitteln – oder mit dem Auto zurücklege. Da ändert sich ja ganz schnell auch die Umweltbilanz, bzw. der CO2-Ausstoß.

Online-Handel schadet der Umwelt

Experten sind allerdings der Meinung, dass der Online-Handel der Umwelt mehr schadet, als wenn ich jetzt meine Einkäufe regional tätige.

Die Experten gehen davon aus, dass die Transportunternehmen zwar ihre Ladungen und Routen besser planen können als zum Beispiel private Einkäufer. Andererseits gibt es einen Trend zu immer mehr individuelleren Lieferungen in immer kürzeren Lieferzeiten und zu Wunsch-Uhrzeiten. Dadurch sind die Lieferanten längst nicht so sparsam unterwegs wie sie es sein könnten.

Einfaches Beispiel: Amazon bietet als einer der größten Online-Händler Lieferungen in einigen Gegenden inzwischen innerhalb einer oder zwei Stunden an. Da kann man sich leicht vorstellen, welch hoher logistischer Aufwand da betrieben wird und das ist alles andere als gut für die Umwelt.

Auf der anderen Seite muss man sagen, statt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Laden um die Ecke zu fahren, werden die Waren mit dem Lieferwagen durch halb Europa transportiert.

Schwächen beim Online-Handel

Die Stärken des Online-Handels sind ja bekannt: Man kann vom Wohnzimmersofa aus bestellen und oft sind die Sachen auch noch recht günstig. Eine der größten Schwächen im Online-Bestellung liegt darin, dass die Kunden in vielen Fällen im ersten Anlauf gar nicht zuhause sind und das Paket doch wieder mitfahren muss.

Nach Berechnungen des Online-Handels kommen beim ersten Versuch rund ein Viertel aller Zustellungen nicht beim Kunden an. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Wege verschlechtern die Öko-Bilanz deutlich.

Eine weitere Schwäche gibt es bei den Textilien. Mindestens jedes zweite Paket wird bei Bekleidungskäufen im Internet als Retour an den Händler zurückgeschickt. In Deutschland beispielsweise sind das 800.000 Pakete pro Tag.

Da sieht die Umweltbilanz auch wieder ziemlich schlecht aus.

Online-Handel Konkurrenz für kleinere Geschäfte

Die Zunahme im Online-Handel und aber auch der Trend zu großen Einkaufszentren am Stadtrand führt dazu, dass es kleinere Geschäfte immer schwerer haben. Der Laden um die Ecke verschwindet fast ganz.

Was kann der Verbraucher tun?

Wenn ich als Verbraucher die Umweltauswirkungen aus dem Versandhandel so klein wie möglich halten will, dann sollte ich:

  • Nur Dinge online einkaufen, die ich im Laden in der Nähe nicht finde. Damit stärke ich die Händler vor Ort.
  • Und wenn es sich machen lässt, Alltagseinkäufe möglichst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr erledigen. Das ist für Menschen, die auf dem Land wohnen fast gar nicht möglich oder nur sehr schwierig.
  • Eine andere Möglichkeit besteht beim Online-Einkauf, auf Express- oder Prime-Dienste zu verzichten. Denn die führen zu zusätzlichen Belastungen für die Umwelt.
  • Und wenn man schon online einkauft, dann kann man ja auch auf Händler vor Ort achten, die diese Möglichkeit anbieten und auf internationale Zusteller verzichten.

Weitere Infos findet gibt es im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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