Verbrauchertipp: Earth Overshoot Day am 1. August 2018

Seit heute müsste eigentlich Schluss sein. Schluss mit Autofahren, Schluss mit Duschen, Schluss mit weltweitem Ressourcenverbrauch. Denn jetzt leben wir nur noch auf Pump. Bernd Lorch von der VSZ über den so genannten „Earth Overshoot Day“ oder zu deutsch: Welterschöpfungstag.

Stau (Foto: Benoit Doppagne/Belga)

Stau (Foto: Benoit Doppagne/Belga)

Jedes Jahr errechnet die Umweltorganisation Global Footprint Network den Tag, an dem die Menschheit so viele natürliche Ressourcen verschlungen hat, wie die Erde in einem Jahr regenerieren kann.

Welterschöfpungstag oder auch Earth Overshoot Day

Damit gemeint ist, das wir als gesamte Menschheit so viele Ressourcen verbrauchen, wie die Erde in einem Jahr produzieren kann. Das ist jetzt wirklich kein Grund zum Feiern, sondern ein Warnruf. Anders ausgedrückt: Wir leben vom Kapital unseres Planten und nicht mehr von unserem Einkommen.

Als Beispiel kann man eine Schiffsreise nehmen. irgendwann gehen die Vorräte zu Ende. Wenn ich jetzt aus den Vorratskammern mehr herausnehme, als ich als Tagesration für die gesamte Reise geplant habe, dann funktioniert das so lange, bis zu dem Tag, wo die Vorratskammern irgendwann leer sind. Und dann habe ich ein dickes Problem.

Diesen Punkt oder diesen Tag nennt man dann Earth Overshoot Day oder zu Deutsch „Welterschöpfungstag“.

Der ökologische Fußabdruck 

Der ökologische Fußabdruck ist nichts anderes als die Buchhaltung der Natur. Man schaut auf den Planeten Erde: Wie viel kann die Natur produzieren an Rohstoffen, die wir verbrauchen: also Dinge wie Energie, Nahrungsmittel, Holz oder Fisch und natürlich auch den dabei enstehenden Abfall, der beseitigt werden muss.

Und der ökologische Fußabdruck ist dann der Konsum der Menschen weltweit, also jene Fläche, die wir auf dem Planeten Erde verbrauchen. Und das wird dann als „Soll und Haben“ gegenübergestellt und dann kann man feststellen, ob man sich auf einem zukunftsfähigen Weg befindet oder nicht.

Fußabdruck in Belgien

Das würde ich nicht in gut oder schlecht bewerten.

Belgien hat einen „sehr großen“ ökologischen Fußabdruck. Der liegt derzeit bei 7,1 Hektar und der faire Handel, der uns rein rechnerisch zur Verfügung stehen würde, wäre 1,8 Hektar. Wir verbrauchen derzeit das Vierfache vom fairen Anteil. Mit anderen Worten: Würden alle Menschen so leben wie wir Belgier, oder Durchschnittsbelgier, dann bräuchten wir mindestens vier Planeten von der Qualität der Erde.

Und das ist ein prinzipielles Problem: denn diese drei zusätzlichen Planeten wird es nicht geben.

Welterschöpfungstag immer früher

Das Global Footprint Network ist zuständig für die Berechnungen und ihre Berechnungsmethoden haben sich im Laufe der Jahre erheblich verfeinert. Dabei kommt es verglichen mit den Jahren schon zu einigen Schwankungen.

Trotz alledem muss man festhalten, dass der Welterschöpfungstag immer näher rückt. Vor 10 Jahren war es noch der 20. Oktober, vor 5 Jahren war es der 22. August und dieses Jahr findet der Earth Overshoot Day am 1. August statt. Also der Tag rückt immer näher, wir haben immer weniger Zeit zur Verfügung. Mit anderen Worten: Wir leben zusehends auf Pump!

Was kann der Verbraucher tun?

Zunächst wäre es ja mal interessant, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu berechnen. Wer Internetverbindung hat, der wird auf jeden Fall fündig. Im Netz gibt es jede Menge verschiedene Portale, die das anbieten, wie z.B. der WWF oder das Footprintnetwork. Man kann auch verschiedene Apps zu diesem Thema herunterladen. Sie geben auch verschiedene Lösungsansätze für den Verbraucher mit auf den Weg.

Darüber hinaus kann ich persönlich schon etwas tun: Wie zum Beispiel das Fliegen drastisch reduzieren, wenn möglich nicht alleine und vor allem langsamer mit dem Auto fahren, weniger Fleisch essen, dafür mehr Obst und Gemüse aus regionalem  und biologischem Anbau, die Energieeffizienz in meinen eigenen vier Wänden kann ich überprüfen und gegebenenfalls verbessern und ich kann mein Kaufverhalten überdenken, indem ich weniger einkaufe und dafür aber länger haltbare Dinge einkaufe. Also, da gibt es schon eine Menge, die ich persönlich tun kann.

Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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