Verbrauchertipp: Die Lebensmittelbranche feiert die Senkung von Zucker und Fetten in zahlreichen Produkten.

So habe der Lebensmittelsektor in den vergangenen fünf Jahren beispielsweise den Zuckergehalt reduziert und die Ballaststoffe erhöht, heißt es in einer Pressemitteillung. Aber diese Initiativen gehen nicht weit genug, stellt Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale fest.

Verbraucher Softdrinks (Pixabay)

Verbraucher Softdrinks (Pixabay)

Die Verbraucherschutzzentrale und auch der Patienten Rat&Treff haben im vergangenem Jahr auf die Gefahren von Zucker und Zusatzstoffen aufmerksam gemacht. Dass die Lebensmittelbranche Zucker und Fette in Lebensmittelprodukten in den letzten fünf Jahren gesenkt haben, ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Auch wenn der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, Dominique Michel, gesagt hat: Es ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und damit hat er Recht.

Initiativen gehen nicht weit genug

Und ich muss auch meinen Kollegen von Test Achats beipflichten, die sagen, dass solche Initiativen einfach nicht weit genug gehen und die Industrie zu kleine Schritte macht.

Ich habe mal die Probe aufs Exempel gemacht und bin gestern in den Supermarkt gegangen und habe drei verschiedene Joghurtsorten ausgesucht und den Zuckergehalt kontrolliert. Laut Nährwerttabelle beträgt der Zuckergehalt von dem Joghurt Almighurt 14,5 Gramm pro 100 Gramm. Pro Portion sind das aber insgesamt knapp 22 Gramm.

Der Kinderjoghurt Mix-in von Nestlé kommt auf 23 Gramm pro Portion und der Bauerjoghurt schießt regelrecht den Vogel ab und zwar mit 31 Gramm pro Portion. Das sind bildlich übersetzt fünf Stücke Würfelzucker, wenn man bedenkt, dass ein Zuckerwürfel so an die 6 Gramm wiegt.

Und was bei vielen Joghurts noch hinzukommt, da gibt es jede Menge versteckten Zucker: wie zum Beispiel Süßmolkenpulver, Milchzucker, Gerstenmalz und Glukose-Fruktose-Sirup. Und so weiter und sofort.

Das ist die Masche mit der Begriffsverwirrung: Nämlich die klassische Aussage, was vorn in der Zutatenliste steht, ist am meisten im Produkt, stimmt in diesem Fall nicht, denn der Zucker ist auf viele Zutaten verteilt und das kann der Verbraucher nicht immer wissen.

Wie viel Zucker am Tag?

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass eine erwachsene Person nicht mehr als 25 Gramm Zucker pro Tag einnehmen soll. Wenn ich also schon einen Bauerjoghurt esse, dann habe ich meine täglich empfohlene Zuckermenge schon um sechs Gramm überschritten.

Zucker in vielen Lebensmitteln

Das ist ja auch genau das Problem, dass Zucker sich in vielen verarbeiteten Lebensmitteln befindet, die wir so gar nicht auf dem Schirm haben. Sei es im Fleischsalat oder Krautsalat, in pikanten Speisen oder Soßen, ganz einfach weil Zucker nicht nur süß, sondern als Geschmacksverstärker eingesetzt wird und Zucker Wasser binden kann. Und somit kann der Hersteller teure Zutaten reduzieren und Geld sparen.

Und ein Zuviel an Zucker macht krank, da braucht man kein Experte zu sein: Arterienverkalkung, Herz- und Kreislauferkrankungen, Schlaganfall können Folgen von zu hohem Zuckerkonsum sein.

Alternativen zu Zucker

Wichtig ist vor allem, dass der Verbraucher, wenn er denn einen Joghurt im Geschäft kauft, mal einen Blick auf die Zutatenliste wirft, aber gleichzeitig auch auf die anderen verarbeiteten Lebensmittel. Besser ist es hier im Falle von den Joghurts, einfach Naturjoghurt mit Früchten aus der Region zu nehmen und was in der jetzigen Jahreszeit angesagt ist. Wichtig ost vor allem, verarbeitete Lebensmittel reduzieren und viel mehr Gemüse und Obst essen.

Weitere Infos finden Sie wie immer im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale

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