Verbrauchertipp: Welternährungstag – Hunger und Klimawandel

Über 900 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Jeder siebte Mensch auf der Erde hungert. Am 16. Oktober fand der Welternährungstag statt. Dass Menschen hungern, hat viele Ursachen: Krieg, Gewalt und wirtschaftliche Katastrophen. Aber auch der Klimawandel gehört dazu. Bernd Lorch von der VSZ erklärt die Zusammenhänge.

Dürre (Foto: Fabrice Coffrini/AFP)

Dürre (Foto: Fabrice Coffrini/AFP)

Klimawandel und Hunger

Fast 80 Prozent der Menschen, die nicht genug zu essen haben, leben in Ländern, die besonders anfällig für Naturkatastrophen sind, sei es Länder in Afrika oder in Südasien. Allein zwischen 1995 und 2015 hat sich die Anzahl von Naturkatastrophen mehr als verdoppelt auf durchschnittlich 335 pro Jahr – also weltweit.

Ansteigende Temperaturen trocknen Böden und Felder aus, Wasservorräte schwinden. Wir brauchen nur an den letzten Sommer zu denken, der uns zwar eine reiche Obsternte beschert hat, aber beispielsweise für Getreide eine Katastrophe war.

Viele Pflanzen werden aufgrund der Temperaturerhöhung und der Wasserverknappung nicht mehr an ihren bisherigen Standorten wachsen können. Schädlinge erobern neue Gebiete. Die Anbauflächen für Nahrung werden immer knapper: Der erwartete Meeresspiegelanstieg droht eine ganze Reihe der fruchtbarsten Ländereien weltweit in Küstenebenen zu überfluten oder zu versalzen. Zugleich werden Dürreregionen auf allen Kontinenten weiter wachsen.

Ursache: Billig-Import Milchpulver

Nach Geflügel- und Schweinefleisch gilt Milchpulver als der neue Exportschlager der EU in Afrika. In den letzten 10 Jahren haben sich die EU-Exporte dorthin mehr als verdoppelt.

Nehmen wir nur das Beispiel von Burkina Faso: Dort lebt ein Drittel der Bevölkerung von der Viehwirtschaft. In den Supermärkten der Hauptstadt stapeln sich Dosen mit Milchpulver, wo man sich dann für 34 Cent einen Liter Milch anrühren kann und die Frischmilch vom Landwirt kostet drei mal soviel. Aber das funktioniert nur, weil die Billig-Importe aus Europa hoch subventioniert sind.

Und hier bei uns können die Milcherzeuger nicht einmal ihre Produktionskosten decken, geschweige denn die Arbeitskosten, weil die Milch einfach zu billig ist. Hier gibt es zu viel Milch, wovon die Bauern nicht leben können – Überschüsse landen als Milchpulver in Afrika, wo die Billigware lokale Betriebe zerstört und Menschen dort in den Hunger treibt.

Was können die Verbraucher tun?

  • Weniger verschwenden, bspw. bei den Lebensmitteln
  • Mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen wie Bus und Bahn
  • Kurzstreckenflüge vermeiden
  • Bio-Produkte bevorzugen und saisonal und regional einkaufen
  • Heizung etwas runter drehen
  • Bei neuen Elektrogeräten auf die Energieeffizienz achten, Glühbirnen durch LED-Lampen ersetzten, denn die brauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom.

Also es gibt schon eine Reihe an Möglichkeiten, die die Verbraucher beisteuern können.

Weitere Infos finden Sie dazu auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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