Verbrauchertipp: Energierechnung von Essent nicht mehr auf Deutsch

Der Energieanbieter Essent hat beschlossen, Energieverträge sowie Rechnungen nicht mehr in deutscher Sprache anzubieten. Das ist ein "No Go", meint nicht nur Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien.

Strom (Pixabay)

Strom (Pixabay)

Wenn Rechnungen bei uns auf den Küchentisch flattern, dann sind wir nicht immer hoch erfreut. Doch wichtig ist, dass wir zumindest verstehen, was drin steht. Der Energieanbieter Essent hat nun beschlossen, Energieverträge sowie Rechnungen nicht mehr in deutscher Sprache anzubieten. Verbraucher beschweren sich. Mittlerweile hat sich sogar der Ministerpräsident Oliver Paasch in die Angelegenheit eingeschaltet.

So neu ist die ganze Problematik nun auch nicht. Denn der Energieanbieter EDF-Luminus hat schon vor gut drei Jahren angekündigt, ihre eigenen Verträge, also Energieverträge, nur noch in Französisch und in Niederländisch anzubieten.

Dürfen die Energieanbieter das so ohne Weiteres tun?

Das ist jetzt eine heikle Frage. Die ständige Kommission für Sprachenkontrolle ist der Ansicht, dass ein Energieanbieter mit einem Auftrag betraut ist, der die Grenzen eines Privatunternehmens übersteigt. Seine Dienstleistung ist deshalb von öffentlichem Interesse. Und wenn jemand in dieses Raster fällt, muss er sich auch an die Sprachengesetzgebung halten. Das heißt, Rechnungen und Verträge von Energieanbietern müssen in deutscher Sprache für deutschsprachige Kunden angefertigt werden

Die Frage, die sich stellt ist: Muss der Energieanbieter auch den telefonischen Kundenservice in deutscher Sprache anbieten? Diese Frage ist noch nicht genau geklärt. Aber der Verbraucher kann zumindest Klage einreichen. Sei es wegen der Rechnung oder dem Vertrag, oder auch wegen dem Kundendienst, der ihm nicht in deutscher Sprache zur Verfügung steht.

Wie geht der Verbraucher denn da am besten vor?

Wichtig ist, dass der Verbraucher zunächst einmal selbst aktiv wird und schriftlich Klage beim Energieanbieter einreicht. Der hat dann zehn Tage lang Zeit, die Klage zu bearbeiten und zu beantworten. Bekommt der Verbraucher nach zehn Tagen keine Antwort vom Energieanbieter oder fällt die Antwort negativ aus, dann kommt er am besten zur Verbraucherschutzzentrale und wir reichen dann die Klage an den Ombudsdienst für Energie weiter.

Das ist ein föderaler Dienst, der eine Vermittlung zwischen Kunden und Unternehmen anbietet. Aber wichtig ist, dass der Verbraucher den ersten Schritt macht. 

Weitere Infos finden Sie dazu auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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