Verbrauchertipp: Möbelhauskette lockt mit Geschenken

Die Möbelhauskette Pirotte aus Brüssel lockt mit Geschenken und Gewinnen für überteuerte Möbel und zieht ahnungslose Verbraucher über den Tisch. Die Masche erinnert ein bisschen an frühere Kaffeefahrten. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien sagt, was der Verbraucher tun kann.

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Die Betrugsmasche

Es ist leider so, dass wir in der Verbraucherschutzzentrale immer wieder vor dieser Betrugsmasche warnen müssen, da wir diesmal zu Jahresbeginn wieder Fälle haben, wo Verbraucher regelrecht abgezockt wurden. Die Rede ist hier von Möbelkauf, wo ahnungslose Verbraucher unter dem Vorwand ein Geschenk oder einen Gewinn abzuholen, zu einer Verkaufsveranstaltung gelockt werden.

Das Prinzip ist immer das gleiche: Auftraggeber ist das Möbelhaus Pirotte mit Sitz in Brüssel, die dann ein Geschäftslokal in der näheren Umgebung anmieten. Das kann mal in Bellevaux oder Gouvy sein oder wie jetzt geschehen in Verviers.

Die betroffenen Personen erhalten dann einen Telefonanruf mit der Aufforderung, ein Geschenk oder einen Gewinn abzuholen. Im Grunde ist es so, dass vor allem ältere Menschen eingeladen werden, in Begleitung ihres Ehepartners. Nehmen sie die Einladung am Telefon an, bekommen sie einige Tage später schriftlich eine Einladung mit der Bestätigung, ihre Geschenke und auch den angeblichen Gewinn einer Flugreise abzuholen.

Kein Geschenk, sondern Abzocke

Hier geht es weder um Geschenke noch um Gewinne. Das Möbelgeschäft möchte einfach seine Waren los werden. Die Verkäufer sind nämlich mit allen Wassern gewaschen und die locken den Verbraucher mit angeblichen Rabatten von sage und schreibe 50 oder 60 Prozent.

Beißt der Kunde nicht direkt an, wendet der Verkäufer auch Psychotricks an. Der Druck ist so hoch, dass es schwer ist, das Geschäft ohne Möbelkauf zu verlassen. Und im Nachhinein stellt man da auch noch fest, dass das Angebot gar nicht so gut war und man überteuert eingekauft hat. Das versprochene Geschenk wird meistens auch nur unter der Bedingung ausgehändigt, dass man etwas kauft.

Diese Art von Abzocke ist jetzt kein Einzelfall. Das hat auch einen richtigen Namen und nennt sich „ventes marseillaises“. Das ist in den letzten beiden Jahren schon häufiger vorgekommen und immer wieder sind Verbraucher auf diese Betrugsmasche herein gefallen.

Illegale Verkaufsmethoden

Hier handelt es sich eindeutig um verbotene Verkaufsmethoden. Der Gesetzgeber unterscheidet allerdings zwischen irreführenden und aggressiven Verkaufsmethoden.

In unserem Fall sind die Informationen zum Preis irreführend und das Verhalten der Verkäufer könnte man aggressiv bezeichnen, wenn er zum Beispiel darauf drängt, dass der Verbraucher die angebliche Reise nur gewinnen kann, wenn er etwas kauft.

Was kann der Verbraucher tun?

In so einem Fall kann er den Kaufpreis zurückfordern, ohne dass er die Ware zurückgeben muss. Man kann sich aber leicht vorstellen, dass in vielen Fällen der Verkäufer den Kaufpreis nicht freiwillig erstatten will. Dann bleibt dem Verbraucher, bzw. dem geprellten Kunden, nichts anderes übrig, als den Gang vor Gericht anzutreten.

Ich würde dem Verbraucher raten, diese Art der Abzocke auf jeden Fall der Wirtschaftsinspektion zu melden. Und wenn er weitere Hilfe braucht, kann er sich gerne an die Verbraucherschutzzentrale wenden.

Ich muss aber noch hinzufügen und damit das deutlich wird, es handelt sich wohlgemerkt um das Möbelkaufhaus Pirotte aus Brüssel und nicht um ein Möbelhaus hier aus Ostbelgien. 

Weitere Infos zum Thema finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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