Verbrauchertipp: Wie funktioniert der Nutri-Score?

Seit fast zwei Monaten gibt es den Nutriscore nun auch in Belgien. Die bunte Farbskala ist zwar nicht perfekt, aber ein wichtiger Schritt für den Verbraucher, wenn es darum geht, gesunde von ungesunden Lebensmitteln zu unterscheiden. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale mit mehr Infos.

Ampelsystem Nutri-Score (Screenshot VSZ)

Ampelsystem Nutri-Score (Screenshot VSZ)

Wie funktioniert der Nutriscore?

Gesundheitsministerin Maggie De Block befürwortet dieses System der Lebensmittelkennzeichnung, das sich vor allem in Frankreich schon bewährt hat. Beim Nutriscore handelt es sich um ein Ampelsystem für Lebensmittel.

Da gibt es fünf verschiedene farbliche Abstufungen. Von A in grün bis E in rot, also A, B, C, D, E…

Das bedeutet: A, bzw. grün steht für gesund und ausgewogen und E, also rot steht für das Gegenteil, das heißt „ungünstige Nährwerte“.

Wie kommt die Bewertung zustande?

In die Berechnung fließen Bestandteile wie Fett, gesättigte Fettsäuren, Salz und Zucker mit ein, aber auch günstige Bestandteile wie Ballaststoffe, Proteine, Obst, Gemüse und Nüsse. Für die verschiedenen Inhaltstoffe gibt es dann Plus- oder Minuspunkte und am Ende wird das Ganze zusammengerechnet und dann wird das Ergebnis in einen Buchstaben mit Farbe übersetzt.

Vorteile dieses Ampelsystems

Der Vorteil ist ganz klar, dass im Gegensatz zur Nährwertkennzeichnung der Verbraucher hier auf einen Blick sieht: Aha das Produkt ist im Gesamtergebnis gesund oder nicht gesund. So lapidar würde ich das mal übersetzen. Auf der anderen Seite lassen sich verschiedene Lebensmittel besser miteinander vergleichen, da der Nutriscore sich immer auf 100 Gramm beziehungsweise auf 100 Milliliter bezieht.

Nachteile dieses Ampelsystems

1. Das Ampelsystem nutriscore basiert auf freiwilliger Basis. Colruyt, Delhaize, Carrefour und Intermarché haben angekündigt, den Nutriscore auf ihren hauseigenen Produkten anzuwenden. Der Verband der Lebensmittelindustrie in Belgien, Fevia, will auf keinen Fall, dass dieses Ampelsystem verpflichtend wird.

2. Das Nutriscore-System müsste europaweit angewendet werden. Das Problem ist: So mancher Hersteller vertreibt seine Produkte ja europaweit… und das muss man sich auch logistisch vorstellen: Im Land X wird der Nutriscore verlangt und im Land Y überhaupt nicht, dass das dann nicht so einfach zu stemmen ist, kann man aus der Perspektive der Hersteller nachvollziehen.

Aber wenn ich das mit den Augen als Verbraucherschützer betrachte, da gibt es nur eine Lösung: Und das ist ein verpflichtendes Ampelsystem für die ganze EU. Denn nur so kann der Verbraucher Lebensmittel miteinander vergleichen.

Wann ist diese Nährwertampel in den Geschäften zu finden?

Diese Nährwertampel Nutriscore ist derzeit nur sehr spärlich zu finden. Ich muss auch sagen, wir sind ja noch am Anfang. Was sich derzeit findet lässt ist, dass sich in einigen wenigen Geschäften der Nutriscore auf hauseigenen Marken befindet.

Es ist aber noch zu früh, um eine Bilanz zu ziehen, denn die verschiedenen Hersteller und Betreiber haben circa zwei Jahre Zeit, wenn sie sich denn verpflichten, den Nutriscore anzuwenden.

Weitere Infos gibt es auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien, Screenshot VSZ

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