Verbrauchertipp: Lebensmittel-Rückruf

Die föderale Agentur für Lebensmittelsicherheit Afsca hat 2018 drei Mal mehr Produkte zurückgerufen als 2017. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale informiert über den Lebensmittelrückruf und dessen Probleme und auch was man besser machen könnte.

Fleischtheke (Foto: BRF)

Fleischtheke (Foto: BRF)

Wenn ein Lebensmittel nicht konform ist, wird es in der Regel aus dem Regal genommen, mit anderen es wird ein Produktrückruf gestartet. Manchmal fehlt nur eine Bezeichnung auf dem Etikett, aber manchmal kann es mit Kolibakterien oder Salmonellen verseucht sein.

Schlamperei?

Nein, das heißt es nicht. Tatsache ist, das die Afsca im letzten Jahr 171 Produkte zurückgerufen hat, 2016 und 2017 waren es nur 53 Produktrückrufe. Es gibt zwei gute Gründe für den Anstieg: zum einen hat die Afsca die Kontrollrate erhöht und zum anderen führt auch die Lebensmittelindustrie mehr Kontrollen durch.

Gründe für einen Produktrückruf

Die Gründe können ganz unterschiedlich sein. Ich habe mal die letzten Produktrückrufe mir mal im Monat Mai angeschaut. Das waren insgesamt 15 an der Zahl.

Die meisten Produkte wiesen ein mikrobiologisches Risiko auf, das heißt sie waren entweder mit einer Schimmelpilzart, Listerien, E.Coli-Bakterien oder Salmonellen verseucht. Auf vier anderen verschiedenen Produkten fehlte die Allergenkennzeichnung, wie z.B. enthält Spuren von Gluten, Soja oder Ei.

Und andere wiederum bargen ein physikalisches Risiko, das heißt da waren dann Glas- oder Metallsplitter in dem Nahrungsmittelprodukt.

Diese Aufteilung deckt sich aber auch mit den Ergebnissen aus 2018. Wie gesagt wurden 171 Produkte insgesamt aus den Regalen geholt. 78 Produkte bargen ein mikrobiologisches Risiko, 61 ein chemisches und 32 ein physikalisches Risiko wie Glassplitter.

Information der Verbraucher

Es wird schon einiges getan. Wenn ein Lebensmittelrückruf gestartet wird, dann findet man ihn zunächst mal auf der Website der föderalen Agentur für Lebensmittelsicherheit, also der Afsca und auch auf deren Facebook-Seite, es werden dann eine Reihe an Pressemitteilungen verschickt, etc

Ich weiß, dass der BRF schon über Lebensmittelrückrufe berichtet hat und auch die Print- und Onlinemedien tun dies. Selbst in Kaufhäusern gibt es an den Kassen Bildschirme, dort habe ich auch schon mit eigenen Augen gesehen, dass ein Lebensmittelrückruf auf dem Bildschirm erfolgte. 

Die sozialen Netzwerke können zu einer Lösung beitragen, die Afsca nutzt ihre eigene Facebook-Seite schon recht intensiv.

Sprachenproblem für Ostbelgier

Das größte Problem für Konsumenten hier aus Ostbelgien stellt sich dann vor allem bei der Sprache: Die Website der föderalen Agentur für die Sicherheit der Lebensmittelkette ist nur zum Teil in deutscher Sprache zu benutzen. Den wichtigsten Teil, nämlich den Lebensmittelrückruf – also darauf wo’s ankommt – gibt’s nur in Französisch oder in Niederländisch aber nicht in Deutsch.

Und für diejenigen, die kein Internet haben, ist man auf die klassischen Medien angewiesen.

Das ist der eine Teil, wo ich noch Handlungsbedarf sehe, zumindest was die deutsche Sprache anbetrifft. Das andere ist vor allem das Fachchinesisch, das ist nicht immer so einfach. Wenn da auf französisch steht: Erhöhter Aflatoxin-Wert, dann kann sich keiner so recht ein Bild darüber machen. Dabei handelt es sich um ein Produkt, das sich aus zwei Schimmelpilzarten bildet und krebserregend ist.

Also hier würde ich mir ein bisschen mehr „benutzerfreundliche“ Sprache wünschen. Damit der Verbraucher auch versteht, was er liest.

Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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