Verbrauchertipp: Ticketbörse Viagogo

Konzerte von Weltstars oder Tickets für ganz wichtige Fußballspiele können im Nu ausverkauft sein. Bei der Onlineplattform Viagogo können Fans noch an Karten kommen, doch manchmal zu unbeschreiblich hohen Preisen. Auch bei der Verbraucherschutzzentrale in Ostbelgien haben sich Verbraucher über diese Ticketbörse beschwert. Bernd Lorch hat Viagogo unter die Lupe genommen.

viagogo screenshot

Was ist viagogo?

viagogo ist eine Onlineplattform, die sich gerne als Weltmarktführer für den Weiterverkauf von Tickets bezeichnet. Hier kann man noch Tickets bekommen, wenn die offiziellen Ticketgeschäftsstellen schon alles verkauft haben.

Wie funktioniert die Plattform?

Das muss man sich so ein bisschen wie bei ebay-Kleinanzeigen vorstellen. Es handelt sich hier nämlich um eine Verkaufsplattform, wo Privatleute und Firmen Tickets anbieten. Das können Konzertkarten oder Tickets für Sportveranstaltungen sein.

Der Haken

Da gibt es mehrere Haken. Für Verbraucherschützer ist der größte Haken die Intransparenz von viagogo. Also wenn ich ein Ticket über viagogo kaufe, dann weiß ich nicht, wer der Verkäufer des Tickets ist. Das weiß ich aber zumindest, wenn ich ein Produkt über ebay-Kleinanzeigen kaufe.

Das andere Problem ist, dass viagogo Gebühren erhebt. Einmal beim Verkauf des Tickets und ein zweites Mal, wenn das Ticket gekauft wird. Also hier werden doppelte Gebühren verlangt. Und viagogo sagt selbst, dass die Gebührenstruktur je nach Veranstaltung variieren kann und mehrwertsteuerpflichtig ist.

Das Problem ist, dass der Besucher der Website auf Anhieb gar nichts von den Gebühren mitkriegt. Er kauft das Ticket, was schon überteuert ist und dann muss er zusätzlich noch Gebühren zahlen. Das steht zwar irgendwo auf der Website, aber meist liest der Benutzer nicht das Kleingedruckte.

viagogo ist Abzocke?

Viagogo ist zumindest ein sehr fragwürdiges Geschäftsmodell. Nach Recherchen des Politmagazins Frontal21, haben bei diesem Geschäftsmodell vor allem Großhändler ihre Finger im Spiel. Die kaufen Karten für wirklich große Events auf, um sie dann zu überteuerten Preisen weiterzuverkaufen. Wichtig für die Großhändler: Sie nutzen die Anonymität, die ihnen viagogo bietet. Das ist anscheinend gang und gäbe.

Tipps für Verbraucher

Viagogo ist ungefähr so empfehlenswert wie ein Ticketschwarzhändler vor einer Konzerthalle, den man nach dem Kauf niemals wiederfindet, auch wenn die Karten sich als gefälscht herausstellen. Man kann aber auch Glück haben. Sicher, der eine oder andere hat seine Karten bei viagogo gefunden und dafür vermutlich reichlich gezahlt, das Konzert besucht und Schwamm drüber.

Aber die Vielzahl an Beschwerden bei Verbraucherzentralen sprechen eine deutliche Sprache, auch gibt es abertausende Warnungen bei Facebook und Twitter… die kommen nicht von ungefähr. Also wer über viagogo Karten kauft, der geht ein Risiko ein. Dessen muss sich der Käufer bewusst sein.

Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien, Screenshot viagogo

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