Verbrauchertipp: E-Scooter oder elektrische Tretroller

Sie sind klein, leicht und lautlos: In Großstädten findet man sie mittlerweile an jeder Straßenecke. Für die einen sind E-Scooter ein ökologisches Fortbewegungsmittel und für andere eher gefährlich und ein Hindernis. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale hat sich mit der Ökobilanz und der Sicherheit befasst.

E-Scooter (Foto: Eric Lalmand, Belga)

E-Scooter (Foto: Eric Lalmand, Belga)

Das Besondere an E-Scooter

Ein E-Scooter fährt mit Strom und gehört für den einen oder anderen zu einer ökologischen Lösung, wenn es darum geht, CO2 einzusparen. Wir dürfen nicht vergessen, der Verkehrssektor in Belgien verursacht 23 Prozent aller Treibhausgasemissionen. Und da ist es dringend erforderlich, dass neue und vor allen Dingen nachhaltige Lösungen gefunden werden.

Mit E-Scooter gegen hohes Verkehrsaufkommen?

Da würde ich ein bisschen vorsichtig mit sein. Auf der einen Seite passen die Elektroroller in diesen Kontext rein. Für kleine Entfernungen in den Städten – sicher ganz gut, aber beileibe keine Wunderlösung.

Die Befürworter von E-Scooter sagen, dass der Prozentsatz der Autos in Städten, die nur einen Kilometer oder sogar noch weniger zurücklegen, bei 30 Prozent liegt. Da könnte so ein E-Scooter in diesem Sinne eine ganz gute Alternative sein, zumal er nach neuesten Erkenntnissen 97 Prozent der CO2-Emissionen einsparen würde.

Leihen von einem E-Scooter

Die Elektrotretroller gehören nicht nur in Brüssel, Namur und Lüttich mittlerweile zum Stadtbild. Die Leihpraxis wird in den Städten ganz groß geschrieben, nicht nur hier in Belgien.

In Brüssel, Lüttich und Namur sind vor allem zwei Anbieter im Einsatz: Da ist zum einen das Unternehmen Flash und zum anderen das Unternehmen Lime.

Beide berechnen den gleichen Preis: Das heißt man zahlt eine Gebühr von 1 Euro und 15 Eurocent pro gefahrenen Kilometer. Sobald ich dann an mein Ziel angekommen bin, kann ich den E-Scooter abstellen, wo ich will.

Nachhaltigkeit

Nachts machen sich dann Teams auf den Weg, um die E-Scooter dann wieder einzusammeln. Hier müssen in Zukunft andere Lösungen gefunden werden. Und zwar müssen Mobilitätskonzepte neu überdacht und ausgearbeitet werden, wie z.B. den Öffentlichen Verkehr mehr fördern, bessere und sichere Fahrradwege anlegen und so weiter und so fort.

Die Unternehmen wollen nicht, dass die Elektrotretroller kreuz und quer in der Stadt rumliegen. Aber es kann doch nicht sein, dass ich mit dem E-Scooter durch die Stadt fahre, um mein grünes Gewissen zu beruhigen und nachts wird er dann von einem Lieferwagen aufgeladen, der das Ding dann zu einem Sammelstützpunkt wieder zurückbringt. Da ist Ökobilanz alles andere als gut.

Sicheres Fahren mit dem E-Scooter?

Was die Sicherheit der E-Scooter anbetrifft, bin ich eher skeptisch. Die Dinger gehen bis zu 25 Stundenkilometer schnell und das ist schon ein richtiges Tempo. Man ist ja auch nicht wirklich gut geschützt.

Das belgische Institut für Verkehrssicherheit Vias hat diesbezüglich zehn goldene Regeln aufgestellt, u.a. soll man mit einem E-Scooter nicht auf Bürgersteigen fahren, wenn man schneller als sechs Stundenkilometer unterwegs ist.

Und Vias rät sowieso nicht schneller als 25 Stundenkilometer mit einem Elektrotretroller zu fahren.

Auch sollte man einen Helm tragen, obwohl das überhaupt nicht Pflicht ist.

Sicher ist nur eins:  Experten rechnen jetzt schon damit, dass die Unfallgefahr durch Elektrotretroller steigen wird.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

 

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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