Verbrauchertipp: Lithium – das weiße Gold

Lithium ist der Rohstoff, der sich in vielen Akkus für Handys, Tablets, E-Bikes, E-Scooter und Elektroautos befindet. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale spricht über die ökologischen Folgen und worauf man bei Akkus von E-Bikes achten muss.

E-Bike (Siska Gremmelprez, Belga)

E-Bike (Siska Gremmelprez, Belga)

Für Investoren, Bergbauunternehmen und so manchen Politiker ist Lithium die Lösung, um CO2 einzusparen und somit einen Beitrag zum Klimaschutz zu stellen. Doch es gibt auch Schattenseiten, sowohl was die Umwelt anbetrifft, als auch im Umgang mit Lithium-Batterien.

Das Besondere an Lithium

Lithium gehört zu den leichtesten Metallen, die es überhaupt auf dieser Erde gibt. Es kommt zwar häufig vor, allerdings nur in sehr niedrigen Konzentrationen. Deshalb zählt Lithium zu den seltenen Erden, auch weil es ein nicht nachwachsender Rohstoff ist.

In Lithium-Batterien hat dieser Stoff einen wesentlichen Vorteil gegenüber konventionellen Nickelbatterien: Lithium-Akkus sind langlebiger, viel leichter vom Gewicht her und vor allem effizienter. Diese Art von Batterien wird für Elektroautos, Kameras, Laptops, Handys und andere digitale Geräte verwendet.

Und vor allem die Autoindustrie hat ein Auge auf diesen wichtigen Rohstoff geworfen. Dort wo derzeit noch Öl dominiert, könnte Lithium ziemlich rar werden. Denn die Autoindustrie setzt auf Elektro-Autos mit Lithium-Ionen-Akkus und deshalb ist bei Rohstoffproduzenten auf aller Welt das Lithium-Fieber ausgebrochen.

Folgen des Abbaus von Lithium für die Umwelt

Die größten Lithium-Vorkommen befinden sich im sogenannten „Lithium-Dreieck“ zwischen Bolivien, Argentinien und Chile. Dort befinden sich 55% aller Lithium-Vorkommen auf dieser Erde. Die Umweltfolgen sind dramatisch. Nehmen wir nur folgendes Beispiel: In der Atacama-Wüste in Chile werden täglich 21 Millionen Liter Grundwasser aus der Erde hochgepumpt, um das lithiumhaltige Gestein an die Oberfläche zu pressen.

Das muss man sich jetzt mal durch den Kopf gehen lassen: Damit das Lithium, was da im Boden ist steckt und unter dem Salzsee an die Oberfläche kommt, müssen da 21 Millionen Liter Wasser pro Tag nach oben gepumpt werden, um die sechs bis sieben Prozent Lithium aus dem Gestein zu lösen. Und was macht Wasser in der Wüste? Es verdunstet.

Also der Abbau von Lithium ist alles andere als nachhaltig und ökologisch schon gar nicht.

Lithium-Akkus selbst entzündbar

Das kann vorkommen. Nehmen wir zum Beispiel mal ein E-Bike. Das Herzstück von so einem E-Bike ist ein besonders leistungsstarker Lithium-Akku-Block. Dieser Block besteht aus einer ganzen Reihe von Lithium-Zellen. Durch Überhitzung, Tiefentladung oder auch durch eine mechanische Verletzung des Akkus kann es zu einer unkontrollierten Freisetzung der gespeicherten Energie kommen.

Zwar sind die Akkus mit einer Schutzschaltung versehen, aber die kann nicht immer einen Kurzschluss verhindern.

Umgang mit E-Bike-Akku

Zuerst ist es wichtig, die Gebrauchsanleitung vom E-Bike aufmerksam zu lesen, denn es gibt schon eine Reihe Unterschiede bei den verschiedenen Lithium-Akkus. Generell gilt aber, dass man einen Lithium-Akku nicht in der prallen Sonne aufladen sollte. Und beim Ladevorgang sollte beachtet werden, dass keine brennbaren Materialien sich in unmittelbarer Nähe befinden.

Eine weitere Gefahr ist die Tiefentladung. Steht das E-Bike eine Weile ungenutzt im Keller rum, kann sich der Akku komplett entladen. Im Winter bei tiefen Temperaturen geht es noch schneller. Und wenn man dann den Akku wieder auflädt, kann es zu einem Brand kommen. Die optimale Temperatur für die Lagerung eines Akkus liegt so zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Also trocken lagern und möglichst keine brennbaren Materialien drum herum.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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