Verbrauchertipp: Earth Overshoot Day oder Welterschöpfungstag am 29. Juli

Seit Montag müsste eigentlich Schluss sein. Schluss mit Autofahren, Schluss mit Duschen, Schluss mit weltweitem Ressourcenverbrauch. Die Menschheit hat die natürlichen Ressourcen eines ganzen Jahres schon verbraucht.Bernd Lorch

Welterschöpfungstag: Regenwald im Amazonasgebiet (Bild: Marcelo Sayao, EPA)

Welterschöpfungstag: Regenwald im Amazonasgebiet (Bild: Marcelo Sayao, EPA)

Jedes Jahr errechnet nämlich die Umweltorganisation Global Footprint Network den Tag, an dem die Menschheit so viele natürliche Ressourcen verschlungen hat, wie die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Das war am Montag, dem 29. Juli.

Earth Overshoot Day

Damit ist gemeint, dass wir als gesamte Menschheit so viele Ressourcen verbrauchen, wie die Erde in einem Jahr produzieren kann. Das ist jetzt wirklich kein Grund zum Feiern, sondern ein Warnruf. Anders ausgedrückt: Wir leben vom Kapital unseres Planten und nicht mehr von unserem Einkommen.

Gründe

Die Liste ist ziemlich lang. Immer mehr Wälder werden abgeholzt, vor allen Dingen Regenwälder, die für das Klimagleichgewicht enorm wichtig sind. So verlieren wir beispielsweise alle acht Sekunden Regenwald in der Größe eines Fußballfeldes, nur um Palmöl, Soja oder Zuckerrohr und Mais anzubauen. Also Getreide, das entweder in die Tiermastproduktion geht oder zu Biotreibstoff verarbeitet wird.

Ein anderes Beispiel ist die Überfischung der Meere. In den 70er Jahren waren rund zehn Prozent aller Fischbestände überfischt. Heute sind es schon 30 Prozent.

Dann verbrennen wir zu viel Kohle, Gas und Erdöl und die Wälder und Ozeane können das nicht mehr aufnehmen.

Global Footprint Network

Das Global Footprint Network ist nicht anderes als eine Denkfabrik, die sich zum Ziel gesetzt hat, den ökologischen Fußabdruck für Städte und für Länder zu errechnen.

Also jeder Mensch verbraucht ja Rohstoffe und Energie, produziert Müll und Abgase. Die Rechnungseinheit für den ökologischen Fußabdruck ist das Hektar. Und das Global Footprint Network hat errechnet, dass der ökologische Fußabdruck eines  Menschen nicht mehr als 1,8 Hektar groß sein darf.

Der belgische Fußabdruck

Belgien hat einen sehr großen ökologischen Fußabdruck! Der liegt derzeit bei 6,3 Hektar . Wir verbrauchen derzeit das dreieinhalbfache vom fairen Anteil. Mit anderen Worten: Würden alle Menschen so leben wie wir Belgier, oder Durchschnittsbelgier, dann bräuchten wir mindestens dreieinhalb Planeten von der Qualität der Erde.

Und das ist ein prinzipielles Problem: Denn diese zusätzlichen Planeten wird es nicht geben.

Möglichkeiten für den Verbraucher

Zunächst wäre es ja mal interessant, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu berechnen. Wer Internetverbindung hat, der wird auf jeden Fall fündig. Im Netz gibt es da jede Menge verschiedene Portale, die das anbieten, wie z.B. der WWF oder das Footprint Network. Man kann auch verschiedene Apps zu diesem Thema herunterladen. Diese geben am Ende auch verschiedene Lösungsansätze für den Verbraucher mit auf den Weg.

Darüber hinaus kann ich persönlich schon etwas tun: Wie zum Beispiel das Fliegen drastisch reduzieren, wenn möglich nicht alleine und vor allem langsamer mit dem Auto fahren, weniger Fleisch essen, dafür mehr Obst und Gemüse aus regionalem  und biologischem Anbau. Die Energieeffizienz in meinen eigenen vier Wänden kann ich überprüfen und gegebenenfalls verbessern und ich kann mein Kaufverhalten überdenken, indem ich weniger einkaufe und dafür aber länger haltbare Dinge einkaufe.

Also, da gibt es schon ne Menge, die man persönlich tun kann.

Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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