Verbrauchertipp: Problem Mikroplastik

Man findet es in Flüssen und Seen, in Muscheln und sogar in Honig konnte es nachgewiesen werden. Mikroplastik ist fast überall zu finden. Irgendwann landet Mikroplastik auch auf unseren Tellern. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale meint, Plastik hat in der Natur nichts verloren.

Plastikmüll (Foto: Mike Nelson, AFP)

Plastikmüll (Foto: Mike Nelson, AFP)

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden Kunststoffpartikel bezeichnet, die in der Regel kleiner als fünf Millimeter sind. In Wirklichkeit sind diese Partikel aber noch viel kleiner und unscheinbarer. Aber genauso gefährlich für die Umwelt als normaler Plastikmüll, der mit bloßem Auge sichtbar ist.

Worin findet sich Mikroplastik?

Also Mikroplastik findet man in der Luft, im Trinkwasser oder auch in Nahrungsmitteln. Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass Menschen in den USA je nach Alter und Geschlecht zwischen 74.000 und 120.000 Mikroplastikteilchen im Jahr aufnehmen. Wie gesagt, man hat Mikroplastik in Meeresfrüchten nachweisen können, aber auch in Honig, Zucker, Salz und Alkohol. Wir sind quasi von Plastik umgeben.

Wie entsteht Mikroplastik?

Mikroplastik kann auf verschiedene Arten entstehen. Zum einen haben wir da den sichtbaren Plastikmüll, der im Meer schwimmt. Der zersetzt sich mit der Zeit durch UV-Strahlen, durch das Salzwasser und durch Sandpartikel, die wie Schmirgelpapier an die Plastikteile reiben.

Aber die größte Quelle für Mikroplastik ist nach Angaben von Wissenschaftlern des Frauenhofer-Instituts der Abrieb von Autoreifen und an zweiter Stelle erfolgt gleich die Freisetzung bei der Abfallentsorgung.

Eine andere Quelle ist vor allem die Tatsache, dass die Kosmetikindustrie Mikroplastik als Schleifmittel in Gesichts- und Bodypeelings oder in Duschgels einsetzt. Dann gibt’s da noch die Fleecejacken. Wenn die durch die Waschmaschine gewaschen werden, lösen sich auch jede Menge Mikroplastikpartikeln von den Fasern.

Wie gefährlich ist Mikroplastik für den Menschen?

Ganz genau kann das keiner sagen. Reines Plastik ist zwar nicht giftig, aber das Problem ist laut Wissenschaftler, die Oberfläche der winzigen Teile. Die ist in der Lage, andere Schadstoffe aufzunehmen und genau hier liegt das Problem. Denn diese Schadstoffe können für die Umwelt und letztendlich für den Menschen zum Problem werden. Aber wie gesagt, dazu sind die Langzeitfolgen noch nicht ausgiebig erforscht worden, um da präzise Antworten zu liefern.

Aber egal: ob mikro oder makro, Plastik hat in der Natur nichts verloren.

Plastikkonsum verringern

Zunächst einmal vermeiden, dass ich Plastik einfach in die Umwelt werfe. Und es ist auch wichtig, Plastikabfälle nicht über das Abwasser zu entsorgen. Eine andere wichtige Sache ist in meinen Augen, dass ich für mein Fahrzeug langlebige Reifen aufziehe und vor allem auf den Fahrstil achten muss: Das heißt, einfach defensiv fahren, vorrausschauend fahren.

Und vor allem Kosmetikartikel mit Mikroplastik vermeiden. Das kann ich machen, indem ich eine Liste ausdrucke, die ich beim BUND auf der Internetseite finde, wo eine Vielzahl von Kosmetikprodukten aufgelistet ist, die Mikroplastik enthalten oder zertifizierte Naturkosmetik kaufe. Aber auch hier sollte man vorsichtig sein und ein Blick auf die Zutatenliste werfen.

Politik und Industrie sind gefordert

Es geht ja letztendlich darum, die Kunststoffemissionen global zu senken.

  • Für die Politik ist es wichtig, dass zunächst mal auf europäischer Ebene gewisse Kunststoffe wie Polymere reguliert werden. Denn viele Kunststoffe sind in der Chemierichtlinie REACH derzeit gar nicht registrierungspflichtig. Das ist die eine Sache.
  • Die andere Sache sind Pfandsysteme für gewisse Plastikprodukte einzuführen und auszuweiten sowie Recyclingmethoden zu fördern.
  • Die Industrie wird aufgefordert, vor allem Abrieb- und verwitterungsarme Kunststoffe zu entwickeln. Hier ist vor allem die Gummibranche für Autoreifen gefragt.
  • Die Straßenreinigung muss verbessert werden und die Kunststoffbelastung in Klärschlämmen reduziert werden. Das sind so die Hauptforderung unter anderem der Wissenschaftler vom Frauenhofer-Institut.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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