Verbrauchertipp: Richtige Lagerung von Kartoffeln

Sie zählt nämlich zu unseren wichtigsten Grundnahrungsmitteln, auch wenn die Preise sich in den vergangenen Jahren quasi verdoppelt haben. Durch falsche Aufbewahrung und Zubereitung können sich in den Knollen Giftstoffe bilden. Deshalb erinnert Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale an einige Vorsichtsmaßnahmen.

Kartoffeln

Was passiert bei falscher Lagerung von Kartoffeln?

Dann kann es zum Beispiel passieren, dass die Kartoffeln zu viel Licht bekommen. Es kann aber auch sein, dass sie entweder zu warm oder aber auch zu kalt gelagert werden. Das Problem dabei ist, es kann sich giftiges Solanin bilden. Das ist ein natürlicher Stoff, der sich vor allem in der Schale, in den Keimen und in den Kartoffelaugen bildet. Und den kann man relativ leicht erkennen: Das sind nämlich die grünen Stellen auf der Oberfläche der Kartoffelschale.

Wie gefährlich ist dieses Solanin?

Experten sagen, dass erste Vergiftungserscheinungen bei einer Dosis von 200 Milligramm auftreten können. Das hört sich vielleicht winzig an, aber ich müsste dann schon knapp 3 Kilogramm Kartoffeln essen und das auch noch ungeschält und roh.

Ganz interessant zu wissen ist auch, dass neue Kartoffelzüchtungen einen weit geringeren Solanin-Wert aufweisen, als ältere Kartoffelsorten. Sollte es dennoch zu Vergiftungserscheinungen kommen, dann sind das in der Regel Übelkeit und Erbrechen, aber auch Benommenheit und Atemnot können auftreten.

Also man sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen: am besten grüne Kartoffeln aus der Kiste aussortieren und grüne Stellen bei der Zubereitung großzügig mit dem Schälmesser entfernen. Wer die Kartoffeln nämlich schält, kann den Solaningehalt um 80 Prozent reduzieren und beim Kochen nochmals um 10 Prozent. Dann ist man so gut wie auf der sicheren Seite.

Wie Kartoffeln optimal lagern?

Kartoffeln mögen es gerne dunkel und trocken. Perfekt gelagert werden Kartoffeln zwischen vier und zwölf Grad. Bei höheren Temperaturen keimen die unterirdischen Sprösslinge schneller aus.

Wenn die Kartoffeln unter vier Grad gelagert werden, was ja manchmal im Winter passieren kann, wandelt die Stärke der Kartoffel sich in Zucker um, und dann schmecken sie süß. Das ist auch ein Grund, weshalb man Kartoffeln nicht unbedingt im Kühlschrank lagern sollte.

Wichtig ist auch, dass die braunen Knollen genügend Luft bekommen. Deshalb sollten Kartoffeln im Plastikbeutel zu Hause von der Hülle befreit werden. Am besten eine Holzkiste nehmen, die unten mit Papier ausgelegt ist und oben die Kartoffeln dann mit einem Tuch abdecken, um sie dann vor Licht zu schützen.

Kartoffeln neben Obst und Gemüse aufbewahren?

Du musst drauf achten, dass sich in der Nähe keine Äpfel oder Birnen befinden, denn diese Obstsorten können dazu führen, dass die Kartoffeln schneller keimen. Äpfel und Birnen verströmen nämlich Ethylen. Das ist ein Reifegas und wirkt quasi als Pflanzenhormon. Und wenn das auf die Kartoffel trifft, dann verliert die Kartoffeln an Aroma und schrumpelt schneller.

Wie steht es mit behandelten Kartoffeln?

Damit sie das ganze Jahr über angeboten werden können, dürfen die Kartoffeln nach der Ernte mit einem Keim- oder Schimmelhemmungsmittel behandelt werden. Diese Substanz verhindert, dass die Kartoffel auskeimt. In den meisten Fällen handelt es sich um den Wirkstoff Chlorpropham. Hierbei handelt es sich um ein Unkrautvernichtungsmittel, dass auf jeden Fall gesundheitsschädlich ist. In der Regel baut sich dieser Stoff mit der Zeit ab. Deshalb müssen die Erzeuger einige Wochen warten, bis sie ihre Ernte in den Handel bringen.

Sind Kartoffeln behandelt worden, müssen sie auch entsprechend gekennzeichnet werden. Bei verpackten Kartoffeln steht also drauf: „nach der Ernte behandelt“.

Bei losen Kartoffeln muss diese Information auf einem Schild sichtbar angebracht werden. Wer nun unbehandelte Kartoffeln verarbeiten und verzehren will, sollte im Geschäft zu Bio-Ware aus der Region greifen. Denn chemische Keimhemmer sind im Bioanbau verboten. 

Weitere Infos finden Sie auch im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien, Foto BRF

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