Verbrauchertipp: Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook ist pleite

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook ist pleite. Das hat auch Folgen für Verbraucher in Belgien. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien informiert über die Rechte der Reisenden.

Thomas Cook (Foto: Costas Metakakis, AFP)

Thomas Cook (Foto: Costas Metakakis, AFP)

Rechte der Reisenden

Ob nun Pauschalreise oder ein Direktflug, wer eine Reise über Thomas Cook oder Neckermann gebucht hat, kann seine Reise nach wie vor nicht antreten. Die Situation für Reisende, die bei Thomas Cook oder Neckermann gebucht haben, ist nach wie vor unklar.

Welche Rechte haben denn die Reisenden jetzt? Hier ist es zunächst mal wichtig zu unterscheiden zwischen Reisenden, die sich am Urlaubsort befinden und jenen, die ihre Reise noch nicht angetreten haben. Und es ist wichtig zu wissen, ob ich eine Pauschalreise gebucht habe oder nur einen Direktflug über Thomas Cook oder Neckermann. Eine Pauschalreise bedeutet z.B. ich habe einen Flug, ein Hotel und vielleicht auch noch einen Mietwagen als Paket bei einem Anbieter gebucht.

Wenn man seine Reise über Neckermann gebucht hat, dann sollte man auf dem Bestellschein genau schauen, ob der Reiseveranstalter Neckermann oder Expedia/Travelscape ist. Wenn es sich um Expedia/Travelscape handelt, dann ist man möglicherweise nicht von der Insolvenz betroffen. Wer es genau wissen will, sollte sich dann bei Expedia/Travelscape melden. Gleiches gilt auch für den Reiseveranstalter Pegase.

Gesetz bietet Schutz

Es handelt es sich um das belgische Gesetz vom 21. November 2017 über den Verkauf von Pauschalreisen. Geht ein Reiseveranstalter pleite, wie in diesem Fall, dann wird der Reisegarantiefonds aktiv aber nur für Pauschalreisen wohlgemerkt. Der Reisegarantiefond interveniert nicht, wenn ich nur einen Flug oder nur ein Hotel gebucht habe.

Reisegarantiefonds

Der Reisegarantiefonds kümmert sich jetzt zunächst mal um all die Menschen, die bei Thomas Cook oder Neckermann gebucht haben und sich am Urlaubsort aufhalten. Was ich auch ein bisschen logisch finde. Aber ganz wichtig ist: Wer seine Reisekosten zurückhaben möchte, der muss sich unbedingt an den Reisegarantiefonds wenden.

Folgende Dokumente sind nötig: Der Bestellschein und sämtliche Kosten, die man getätigt hat. Dazu benötigt man den Bankauszug. Die nötigen Hinweise findet man auf der Internetseite des Reisegarantiefonds. Nur leider ist die deutschsprachige Seite nicht aktuell, dafür aber die französischsprachige Seite.

Wie verhalten am Urlaubsort?

Für alle Urlauber vor Ort, die durch die Insolvenz von Thomas Cook oder Neckermann betroffen sind, sollen auf keinen Fall den Rückflug selbst organisieren, sondern sich an den Reisegarantiefonds wenden. Das Problem ist nämlich, dass die Rückerstattung der Flugkosten möglicherweise verweigert werden können.

Der Reisegarantiefonds warnt auch davor, die Reise auf keinen Fall ein zweites Mal zu zahlen, da dies gegen nationale und internationale Vorschriften verstößt. Wenn man nicht weiterweiß, dann sollte man sich an das Konsulat oder die Botschaft wenden.

Bei Problemen mit dem Hotel oder einem anderen Dienstleister, beispielsweise die Vermieter von einem Leihwagen, kann man sich auch an das Krisenzentrum für Auswärtige Angelegenheiten wenden. Die Telefonnummer befindet sich auf der Website des Reisegarantiefonds unter gfg.be.

Reise noch nicht angetreten?

Wichtig ist vor allem, keine weiteren Zahlungen zu tätigen, weder an Thomas Cook, an Neckermann oder sonst noch für ein Thomas Cook-Produkt. Denn sonst könnte es passieren, dass der Reisegarantiefonds die Rückerstattung dieser weiteren Beträge verweigert.

Und auf jeden Fall einen Antrag beim Reisegarantiefonds einreichen. Also, was ich eben schon gesagt habe gilt auch hier: Bestellschein ist wichtig und die Bankauszüge.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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