Verbrauchertipp: Bei Wish kann billiges Einkaufen ziemlich teuer werden!

Die Online-Plattform Wish ist vor allen Dingen bei Verbraucherschützern in den Fokus geraten, weil immer mehr Kunden sich über dieses Verkaufsportal im Internet beschweren. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale hat sich die Geschäftspraktiken angeschaut.    

Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

Die Online-Plattform Wish

Wish ist kein typischer Onlineshop. Der Sitz des Unternehmens liegt in Kalifornien und Wish „vermittelt“ Waren und Produkte. Mit anderen Worten: Wish kauft und verkauft nicht selbst, sondern fungiert lediglich als Vermittler. Die eigentlichen Verkäufer sitzen in Asien, bzw. in China. Und wer das genau ist, erfährt der Kunde meistens nicht.

Das Besondere an Wish

Das Besondere daran ist: Wish wirbt damit, dass Produkte dort zwischen 60 und 90 Prozent günstiger sind als im Einzelhandel. Der Kernbereich bei Wish liegt auf Modeartikel, dann ziemlich viele Arten an Elektronikartikel und Deko-Materialien.

Die Shopping-App Wish hat nach eigenen Angaben so um die 300 Millionen Nutzer und ködert wie gesagt mit auffällig niedrigen Preisen. Eine Smartwatch für unter 20 Euro oder ein Bikin für 5 Euro sind keine Seltenheit.

Das aktuelle Problem bei Wish

Wir wollen vor allem vor einem neuen Trick warnen, mit denen Wish-Kunden bestraft und erpresst werden. Der Trick besteht darin, dass wenn man eine Ware zurücksendet und man verlangt sein Geld zurück, dass dann das Wish-Konto gesperrt werden kann. Es ist nämlich so, bevor ich bei Wish etwas bestellen kann, muss ich dort ein Konto eröffnen.

Und jetzt kommt der eigentliche Clou: Ist das Konto einmal von Wish markiert, hat man keine Möglichkeit mehr, noch offenen Bestellungen zurückzusenden. Und Wish ruft in dem Falle seine Kunden auf, trotz Sperrung des Kundenservice weiter auf der Plattform einzukaufen, um den „guten Ruf“ seines Kontos wiederherzustellen.

Das ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten.

Nicht seriös

Eins vorweg: In China werden viele hervorragende Artikel hergestellt. Man braucht sich ja nur die Smartphones anzusehen, die dort hergestellt werden. Aber es gibt nach wie vor eine ganze Reihe von Betrieben, die sich darauf spezialisiert haben, gefragte Artikel für den Weltmarkt zu kopieren und sie als Extrem-Billig-Variante zu verkaufen. Und diese Art von Waren findet man vor allem bei Wish.

Und wenn der Artikel dann ankommt, kann‘s noch teurer werden.

Mehr anfallende Kosten

Denn der Artikel kommt in der Regel ja nicht aus der Europäischen Union, sondern in den meisten Fällen aus Übersee. Und dann kann es sein, dass zusätzlich Mehrwertsteuer, Einfuhrzoll und Verbrauchssteuer als Kosten hinzukommen können. Mal abgesehen von den Versandkosten, die ja auch nicht immer „Ohne“ sind.

Es gibt eine Regel die besagt, für ein Produkt, das weniger als 22 Euro kostet, braucht man weder Mehrwertsteuer noch Einfuhrzoll zu bezahlen. Zwischen 22 Euro und 150 Euro muss ich zusätzlich die Mehrwertsteuer zahlen und alles was über 150 Euro kostet, kommt noch der Einfuhrzoll hinzu.

Ein anderes Problem ist, dass die Qualität sehr oft zu wünschen übrig lässt.

Worauf besonders achten

  • Bevor man bei Wish kauft, sollte man vorher prüfen, woher das Produkt kommt.
  • Und wenn man zahlt, dann vor allem über den Zahlungsdienst PayPal, damit man im Streitfall die Möglichkeit eines kostenlosen Rückversands nutzen kann.
  • Wer clever ist, der bestellt Waren unter 22 Euro, dann fallen keine Mehrwertsteuer und Zollgebühren an.
  • Und wichtig ist: auf Waren wie Alkohol, Parfums, Tabakwaren und Kaffee sind auf jeden Fall Zollgebühren und Mehrwertsteuer zu zahlen.

Weitere Infos gibt es auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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