Verbrauchertipp: Winterreifen

Ab wann man Winterreifen aufziehen sollte und wo Winterreifenpflicht ist, darüber spricht Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien.

Winterreifen (Bild: Pixabay)

Winterreifen (Bild: Pixabay)

Sind Winterreifen Pflicht?

In einigen Nachbarstaaten ist das der Fall, aber nicht in Belgien. Laut Gesetz ist der belgische Autofahrer nicht verpflichtet, Winterreifen aufzuziehen.

Seit dem 1. Oktober 2012 gilt für Luxemburg Winterreifenpflicht, allerdings nur bei Eis, Schnee und Raureif. Wer dann von der Polizei mit Sommerreifen erwischt wird, muss ein Bußgeld in Höhe von 74 Euro zahlen.

Deutschland hat eine ähnliche Regelung wie die Luxemburger: Wer hier mit falscher Bereifung zwischen dem 1. November und dem 15. April erwischt wird, zahlt mindestens 60 Euro und wer zudem noch den Verkehr behindert – etwa weil er an einer Steigung hängengeblieben ist – kann mit 80 bis 100 Euro Bußgeld rechnen.

Richtig teuer wird’s erst dann, wenn ich einen Unfall verursacht habe und habe keine Winterreifen aufgezogen.

Ab wann müssen generell Winterreifen aufgezogen werden?

Für viele Experten gilt die so genannte 7-Grad-Regel. Das bedeutet, sobald die Außentemperaturen generell unter 7 Grad Celsius liegen, sollten Winterreifen montiert werden. Andere wiederum sagen, dass man mit Winterreifen am besten zwischen Oktober und Ostern fährt. Wobei das mit Ostern ja schon so ne Sache ist. Denn Ostern ist ja nicht an ein festes Datum gebunden und Ende April kann es in der Eifel durchaus schon mal schneien.

Also mir ist da die 7-Grad-Regel schon lieber.

Unterhalb von 7 Grad nutzen mir meine Sommerreifen wenig?

Klar, es steckt natürlich auch ein bisschen Kommerz dahinter: Vor allem die Autoindustrie spricht von dieser „7-Grad-Grenze“: Die sagt nämlich, dass ab 7 Grad die Gummimischung des Sommerreifens zunehmend verhärtet.

Und die Folgen wären dann geringere Haftung und längere Bremswege.

Die meisten Pluspunkte sammeln Winterreifen auf Schnee. Das liegt nun mal am tief ausgeprägten Profil. Das sorgt für einen Verzahnungseffekt, was den Grip, also die Haftreibung erhöht. Und die zahlreichen Lamellen sollen dann auch für eine bessere Haftung sorgen, wie zum Beispiel wenn die Fahrbahn vereist ist.

Ab wann sind denn Winterreifen abgelaufen?

Auf jeden Fall gibt es eine Norm: Neue Winterreifen müssen dann aufgezogen werden, wenn das Profil bis auf weniger als 1,6 Millimeter abgefahren ist. Das jedenfalls sagt Artikel 81 der belgischen Verkehrsordnung. Wer aber so lange wartet, handelt in meinen Augen aber sehr fahrlässig und gerade für Winterreifen man sollte sich nicht auf dieses Gesetz berufen.

Touring Secours beispielsweise fordert eine Profiltiefe von mindestens 3,5 Millimetern und der deutsche ADAC spricht sogar von mindestens 4 Millimetern. Ein neuer Winterreifen hat im Schnitt eine Profiltiefe von 8 bis 9 Millimetern.

Die Aussagen der Hersteller sind da ziemlich deutlich: Ab 3 bis 4 Millimetern Profiltiefe haben Winterreifen deutlich schlechtere Werte was die Matsch- und Schneetauglichkeit anbetrifft und auch das Aquaplaningverhalten nimmt entscheidend ab.

Tatsache ist jedenfalls, dass ein Fahrer unter allen Umständen vor einem vorhersehbaren Hindernis stehenbleiben muss. Und das gilt auch im Winter.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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