Verbrauchertipp: Welternährungstag am 16. Oktober

Noch immer landen Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll: Brot vom Vortag, Kartoffeln, die nicht der Norm entsprechen oder das termingerechte Wegwerfen von Lebensmitteln, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Bernd Lorch von der VSZ über Ursachen, Folgen und was man dagegen tun kann.

Lebensmittel (Foto: Lena Orban, BRF)

Lebensmittel (Foto: Lena Orban, BRF)

Wie viel Lebensmittel werden weggeworfen?

Zahlen gibt es, aber die unterschiedlichen Quellen sind sich im Zahlenmaterial, was die EU anbetrifft, nicht immer einig. Das reicht von 100 Kilogramm pro Kopf und Jahr bis zu 300 Kilogramm pro Kopf.

Belgien steht ganz oben auf der Liste, wo am meisten Lebensmittel weggeworfen werden und zwar sind das im Schnitt 345 Kilogramm pro Jahr, die jeder Belgier in die Tonne schmeißt.

Die Gründe

Die Gründe sind vielschichtig und betreffen quasi den gesamten Lebensweg der Waren.

  • Bei der Produktion kann schon Ware aussortiert werden, ganz einfach weil die Kartoffel oder die Gurke nicht der Norm entsprechen.
  • In der Produktion können Lebensmittel beispielsweise beim Verpacken, beim Transport oder bei der Lagerung beschädigt werden.
  • Im Handel werden große Mengen Lebensmittel aussortiert, weil sie optisch nicht mehr einwandfrei sind oder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist.
  • Oder es kann passieren, dass Verbraucher über ihren Bedarf hinaus kaufen oder Lebensmittel im Kühlschrank vergessen…

Wer ist schuld: der Verbraucher oder der Handel?

Beide glaube ich, tragen die Schuld. Zum einen erwarten wir Verbraucher, dass der Apfel im Supermarktregal einwandfrei ist, da dürfen keine Macken dran sein. Wir erwarten auch, dass wir unseren Lieblingsjoghurt dort finden, der Handel kennt beispielsweise über 100 verschiedene Sorten Joghurt.

Und auf der anderen Seite setzt der Handel Normen, um dem Verbraucher ein so genanntes einwandfreies Produkt zu verkaufen. Da kann es passieren, dass ein Kartoffelbauer 40% bis 50% seiner Ernte wegwirft, weil sie nicht den Normen der Supermärkte für Kartoffeln entspricht. Entweder sind die Kartoffeln zu klein oder zu groß oder haben Risse an der Seite, aber im Grunde genommen sind diese Kartoffeln für den Verzehr durchaus geeignet.

Die Folgen dieser Lebensmittelverschwendung

Mit jedem verdorbenen Kilo Brot, Reis, Fleisch oder einfach alles, was wir wegwerfen, vergeuden wir wertvolle Ressourcen wie Wasser, Erde, Energie, Arbeit und Kapital und heizen vor allem das Klima an. Der Anbau von Lebensmitteln verbraucht Energie und Dünger und zerstört auch immer mehr Regenwälder.

Wenn Nahrungsmittel auf der Müllkippe verrotten, entweicht zusätzlich Methangas, das bei der Erderwärmung 25-mal so stark wirkt wie Kohlendioxid. Schlimmer noch, unsere Verschwendungssucht verschärft den weltweiten Hunger.

Weniger Lebensmittel wegwerfen

Wir als Verbraucher können bestimmt etwas tun, wie z.B. die Mahlzeiten im Voraus besser planen (ich weiß, dass das nicht einfach ist), darauf achten, dass mehr saisonale und regionale Produkte eingekauft werden. Die Lagerung der Lebensmittel spielt eine wichtige Rolle: ich muss schon darauf achten, wie ich die Lebensmittel lagere und vor allem welche ich in den Kühlschrank lagere.

Das Kochen spielt eine Rolle, für wen koche ich und auch die Resteküche ist wichtig: Was kann ich mit den Resten anfangen.

Es gibt aber auch interessante Projekte hier in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, wie das Foodsharing-Projekt. Es gibt Stellen, wo man seine Lebensmittel abgeben kann, so genannte Fairtailer: wie z.B. in Eupen, Büllingen, Kelmis und Lontzen. Es können Lebensmittel sein, die man selbst noch essen würde. Auch Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Ausnahme sind Lebensmittel, deren Verbrauchsdatum abgelaufen sind.

Also Möglichkeiten, Lebensmittel nicht zu verschwenden, gibt es genug.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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