Verbrauchertipp: Urlaubsgeld zurück in der Corona-Krise?

Grenzkontrollen, Flugzeuge am Boden, Reisen abgesagt: Die gesamte Reisebranche leidet unter den Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie. Viele Urlauber stellen sich die Frage, ob sie ihren Urlaub überhaupt antreten oder stornieren sollen. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale hat einige wichtige Informationen.

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Anton Matyukha

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Anton Matyukha

Rückerstattung bei Stornierung

An dieser Stelle muss ich zunächst mal klarstellen, dass das EU-Reiserecht von vor der Coronavirus-Pandemie auch weiterhin in Kraft ist. Das hat sich nicht geändert.

Es muss zunächst geklärt werden, ob es sich um eine Pauschalreise handelt oder nur einfach ein Flug gebucht worden ist – sprich, ob es sich um eine Individualreise handelt.

Das Thema Pauschalreise haben wir ja schon vor einigen Wochen behandelt, da spielt es keine Rolle, ob der Reiseveranstalter oder der Urlauber die Reise storniert.

Zunächst gibt es mal einen Gutschein, der eine Gültigkeit von mindestens einem Jahr hat. Wenn jetzt der Urlauber diesen Gutschein nicht eingelöst hat, kann er eine Erstattung beantragen. Diese Regelung gilt allerdings nur bis zum 21. Juni in Belgien. Danach muss man schauen, wie es weiter geht. 

Geld zurück bei einem Flugticket

Der Verbraucher entscheidet, ob er einen Gutschein oder eine Rückerstattung möchte. In Belgien ist es aber nun so, dass es davon abhängt, wo man sein Flugticket gekauft hat. Das ist aber alles nicht sehr klar geregelt.

In Belgien ist es so, dass die einzelnen Flugunternehmen unterschiedliche Möglichkeiten anbieten.

Bei Ryanair hat der Verbraucher die Möglichkeit zwischen Rückerstattung und Umbuchung, egal wann er den Flug jetzt gebucht hat.

Bei Brussels Airlines hingegen ist es ein Unterschied, ob ich den Flug vor oder nach dem 31. März gebucht habe. Habe ich das Ticket vor dem 31. März gekauft, dann habe ich die Wahl zwischen einem Gutschein und einer Rückerstattung. Hier können Umbuchungen bis zum 31. August kostenlos gemacht werden. Auf Flüge, die ich nach dem 31. März gebucht habe, da gibt es automatisch einen Rabatt von 50 Euro.

Die Fluggesellschaften kämpfen ja auch ums Überleben, da braucht man sich nichts vorzumachen. Brussels Airlines ist ja das beste Beispiel. Die Fluggesellschaften greifen dann nach jedem Strohhalm und entwickeln strategische Maßnahmen, um sich in irgendeiner Form vor dem finanziellen Ruin zu schützen.

Der Verbraucher kann sich jetzt auch damit einverstanden erklären und Solidarität zeigen, und sagen: Ok dann eben den Gutschein.

Geld zurück bei einem Zugticket

Auch hier hängt es wieder davon ab, wo ich mein Zugticket gekauft habe. Hier ist es wichtig, dass ich mich dort melde, wo ich das Zugticket gekauft habe. Entweder bei der SNCB, ob ich jetzt eine Thalys-Zugreise, Eurostar- oder TGV-Reise gebucht habe.

Hier kocht jeder sein eigenes Süppchen und es würde den Rahmen der Sendung sprengen, die ganzen unterschiedlichen Angebote zum Thema Rückerstattung, Umbuchung und Gutschein aufzuzählen. Das Beste ist, ich frage dort nach, wo ich das Zugticket gekauft habe, nachfragen ob die auch etwas aus Kulanz anbieten und lasse mir die Allgemeinen Geschäftsbedingungen aushändigen und lese die mal durch. Und wenn’s nicht klappen sollte, dann am besten sich bei der VSZ melden.

Weitere Infos gibt’s wie immer auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150