Verbrauchertipp: Vorsicht bei Gratis-Apps

Mehr als 2,8 Millionen Apps für die unterschiedlichsten Anwendungen stehen mittlerweile für Smartphone und Tablets bereit - das Geschäft mit Apps blüht. Dabei sind angebliche Gratis-Online-Spiele besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale rät gerade bei Gratis-Apps auf so genannte In-App-Käufe zu achten. Denn diese können sehr teuer werden.

App (Bild: Pixabay)

App (Bild: Pixabay)

In-App-Käufe

Ob Google Play, Microsoft oder Apple – diese Plattformen sind eine Anlaufstelle für Apps, Filme, Musik und Spiele, die heruntergeladen werden können und sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Also eine App ist ja nichts anderes, als ein Computerprogramm, das man auf seinem Smartphone oder Tablet herunterlädt. Und da gibt es welche, die kosten was und andere kosten eben nichts – angeblich. Und da gibt es alles Mögliche, was man runterladen kann aber vor allem auch Spiele.

Und diese kostenlosen Spiele finanzieren sich häufig durch so genannte In-App-Käufe. Das bedeutet, dass man innerhalb dieser App Dinge kaufen kann. Hier fällt es beispielsweise Kindern nicht auf, dass sie auf kostenpflichtige In-App-Käufe klicken, zum Beispiel für ein Spiel weiteres Spielguthaben organisieren möchten und somit in die Kostenfalle schlittern.

In der Regel laden die Kinder ein angeblich kostenloses Online-Spiel herunter, wie zum Beispiel Clash of Clans. Und dann spielt man bis zu einem gewissen Level. Und um weiter zu spielen, bzw. um im Spiel noch schneller voran zu kommen, muss man kostenpflichtige Funktionen tätigen.

Also die Kids schaffen das ohne Weiteres, wenn zum Beispiel das Smartphone oder Tablet so eingestellt ist, dass eine Bezahlmöglichkeit besteht. Beispielsweise wenn der Vater seine Kreditkarte im Tablet gespeichert hat, und die dann automatisch aktiviert werden kann.

Es kann nicht schaden, wenn die Eltern wissen, welche Spiele die Kinder auf Smartphones und Tablets spielen. Und es kann sicherlich auch nicht schaden, wenn man sich mit den technischen Möglichkeiten von solchen Geräten vertraut macht. Hier ist es vor allem wichtig, dass In-App-Käufe gesperrt werden oder durch eine Code-Sicherung geschützt werden. Ganz wichtig ist, den Passwortschutz zu aktivieren, ganz einfach um versehentliche Käufe zu verhindern. Auf vielen Geräten lassen sich auch Altersbeschränkungen einrichten.

Geldrückerstattung

Angenommen mein Sohn oder meine Tochter haben ein Gratisspiel heruntergeladen und plötzlich flattert die Rechnung ins Haus. Habe ich da überhaupt eine Möglichkeit, wieder an mein Geld zu kommen? Es ist sicherlich nicht einfach für Eltern, wenn sie nachweisen müssen, dass sie ihre Aufsichtspflicht nicht vernachlässigt haben.

Aber ganz so rechtlos steht man nicht da. Ein bisschen seltsam ist es schon, wenn ich ein Gratis-Online-Spiel runterlade, dass ich über mein Widerrufsrecht per E-Mail aufgeklärt werde. Denn in Wirklichkeit ist es so, dass es kein Widerrufsrecht gibt, wenn ich ein Spiel runterlade und spiele. Aber das erfahre ich erst, wenn ich die E-Mail oder die SMS von dem Unternehmen dazu erhalten habe.

Im Prinzip ist diese Vorgehensweise nicht rechtmäßig. Eigentlich müsste ich beim Spielen darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass es kein Widerrufsrecht gibt. Wichtig ist aber auch zu wissen, dass Verträge mit Minderjährigen nicht wirksam sind. Minderjährige können keine Verträge abschließen.

Und es darf nicht sein, dass Beträge von einer Kreditkarte abgebucht werden, ohne dass der Besitzer sein Einverständnis gegeben hat.

Der Ombudsdienst für Verbraucher sagt unter anderem, dass die Entwickler für Videospiele eine gewisse Anzahl an Sicherheiten anbieten müssen, so zum Beispiel ein Kinderkonto oder dass Käufe während des Spiels so eingestellt werden können, dass beispielsweise jedes Mal die Nummer der Bankkarte eingegeben werden muss, also quasi eine Schutzfunktion für Kinder oder dass jedes Mal ein Passwort eingegeben werden muss. Technisch dürfte das kein Problem sein. 

Gratis-Online-Spiele sind vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Doch dahinter verbergen sich oft Kostenfallen, die zu bösen Überraschungen führen können.

Weitere Infos gibt’s wie immer auch im Netz auf vsz.be

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien

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