Verbrauchertipp: Zucker – süßes Gift in vielen Lebensmitteln

Im Alltag Zucker aus dem Weg zu gehen ist häufig schwer. Denn Zucker ist nicht nur eine beliebte Zutat für den morgendlichen Kaffee, sondern steckt auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln, wie zum Beispiel in Fruchtjoghurts.

Fruchtjoghurts aus dem Supermarkt können viel Zucker enthalten (© Bildagentur PantherMedia / lanalanglois (YAYMicro))

Fruchtjoghurts aus dem Supermarkt können viel Zucker enthalten (© Bildagentur PantherMedia / lanalanglois (YAYMicro))

Die Verbraucherzentrale NRW hat in einem Marktscheck festgestellt, dass mancher Joghurt aus dem Supermarkt bereits die Hälfte der empfohlenen Zuckermenge pro Tag für Erwachsene überschreitet.

Die Lebensmittelbranche in Belgien hatte vor zwei Jahren angekündigt, den Zuckergehalt in Lebensmitteln zu reduzieren.

Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und einige Joghurtsorten von 2020 mit den Angaben von 2018 verglichen. Und tatsächlich: zwei von drei Joghurtsorten haben ihren Zuckeranteil zwischen 15 und 18 Prozent reduzieren können.

Testergebnis:

• Heidelbeerjoghurt von Bauer: 12,4 g > 10,2 g
• Mix-In Smarties von Nestlé: 18,8 g > 15,9 g
• Almighurt Straciatella: 14,5 g = 14,5 g

Diese Mengenangaben beziehen sich auf 100 Gramm, wie in der Nährstofftabelle auf dem Joghurtbecher angegeben.

Ein Blick auf die Zutatenliste der verschiedenen Joghurtsorten offenbart ganz deutlich, dass Zucker schon an zweiter Stelle angegeben ist. Darüber hinaus finden sich noch andere Zuckerarten unter anderem Namen: Milchzucker, Gerstenmalz oder Glukose-Fructose-Sirup.

Da die Hersteller unterschiedliche Bechergrößen in ihrem Sortiment anbieten, variiert der Zuckergehalt. Jedem dürfte klar sein, dass ein großer Joghurtbecher mehr Zucker enthält, als ein kleiner Becher. Klar ist aber auch, dass der Inhalt eines einmal geöffneten Bechers auch gegessen wird. Dann werden aus 120 g auch schon mal 250 g.

Erfreulich ist, dass die meisten Hersteller zumindest bei den Joghurtsorten die Zuckerreduktion ernst nehmen.

Was die Verbraucherschutzzentrale aber auf die Palme bringt, ist der Joghurt von Nestlé Mix-In Smarties, der vor allem für Kinder angeboten wird. Das Volumen des Joghurts beträgt zwar nur 120 Gramm, aber dafür sind die Zucker- und auch die Fettmengen berechnet auf 100 Gramm von allen drei getesteten Joghurtsorten am höchsten. Das geht gar nicht.

Als Alternative zu den fertigen Fruchtjoghurts aus dem Regal gibt es nur eines: Naturjoghurt mit Obst der Saison zubereiten! Man gewöhnt sich an den weniger süßen Geschmack und die Vielfalt der natürlichen Fruchtaromen wird dann zum Genuss!

Verbraucherschutzzentrale im Netz

Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien

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