Verbrauchertipp: Sommerschlussverkauf – Schnäppchenjagd im August

Die Coronavirus-Pandemie hat für viele das Leben ganz gehörig auf den Kopf gestellt. Auch die Schnäppchenjäger sind davon betroffen. Am 1. Juli hätte eigentlich der Sommerschlussverkauf starten sollen. Doch wegen der Coronakrise wurde er jetzt um einen Monat verschoben.

Sommerschlussverkauf in Brüssel

Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Der Grund ist ganz einfach: Die Geschäfte sollen die Möglichkeit erhalten, die Gewinnmarge etwas zu vergrößern, weil sie ja auch eine Zeit lang haben schließen müssen. Und ganz klar ist auch, dass die Geschäfte Platz für ihre Herbst- und Winterkollektionen brauchen. Und das ist nicht nur bei Textilien der Fall, sondern auch bei Möbeln und Elektrogeräten.

Bis auf den Zeitraum hat sich aber im Prinzip zunächst einmal nichts geändert. Der Sommerschlussverkauf dauert dieses Jahr von Samstag, dem 1. August, bis zum Montag, dem 31. August. Alle gesetzlichen Bestimmungen haben weiterhin Bestand.

Wichtig ist, dass die Schnäppchenjäger sich nicht von den hohen Rabatten täuschen lassen sollten. Eine große Hilfe ist da der Einkaufszettel. Wichtig ist vor allem, dass der Kunde sich Zeit nehmen sollte, um Preis und Qualität der Ware miteinander zu vergleichen. Ein weiterer wichtiger Tipp ist, dass der Händler nur jene Waren für den Sommerschlussverkauf anbieten darf, die er im Geschäft hat.

Kann ich die Ware umtauschen?

Es wird unterschieden zwischen einem Umtausch, weil die Ware nicht gefällt oder nicht passt, und einer Reklamation, weil irgendein Defekt am Produkt oder ein Fehler bei der Ware aufgetreten ist. Generell ist es so, dass Ware im Sommerschlussverkauf vom Umtausch ausgeschlossen ist und normalerweise auch nicht aus Kulanz zurückgenommen oder umgetauscht wird.

Wenn aber ein zusätzliches Problem auftaucht, beispielsweise wenn das Produkt Macken hat, dann hat der Kunde selbstverständlich das Recht, dass der Händler das in Ordnung bringt. Auch wenn es sich um ein Schnäppchen handelt. Zuerst muss der Händler versuchen, die Ware zu reparieren, oder er bietet ein Ersatzgerät an. Klappt beides nicht, dann kann der Kunde einen Preisnachlass aushandeln oder die Ware gegen Geld zurückgeben.

Referenzpreis und „Koppelungsgeschäft“

Der Händler ist dazu verpflichtet, den „alten Preis“, also den Referenzpreis anzugeben. Es genügt nicht, „minus 50 Prozent“ auf das Etikett zu schreiben. Laut Gesetz muss der betreffende Artikel vor dem Schlussverkauf während einer Dauer von 30 Tagen im Geschäft angeboten worden sein.

Bekleidungs-, Lederwaren und Schuhgeschäfte dürfen im Monat vor dem Sommerschlussverkauf keine reduzierte Ware anbieten. Um dem Gesetz aber ein Schnäppchen zu schlagen, bieten manche Händler sogenannte Koppelungsgeschäfte an. Ein Beispiel: Beim Kauf von zwei Hosen gibt es einen Rabatt von 20 Prozent. Das ist dann wiederum völlig legal.

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Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien