Verbrauchertipp: Wie sicher ist Kinderspielzeug?

EU-Kontrolleure entdeckten im vergangenen Jahr mehr als 2.200 gefährliche Verbraucherprodukte.. Das meiste davon sind Spielsachen, Autos und Textilien. Für Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale muss der Verbraucher sich einfach darauf verlassen können, dass nur sichere Produkte angeboten werden.

Spielzeug (Foto: Pixabay)

Spielzeug (Foto: Pixabay)

Wie sicher ist Kinderspielzeug? Und welche Gefahren können bei einem Kapuzenpulli auftreten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unter anderem der Rapex-Report. Die Europäische Union hat im vergangenen Jahr mehr als 2200 Warnmeldungen über gefährliche Produkte ausgesprochen.

Viele dieser Produkte stammen aus China, aber immer mehr kommen übers Internet. Das jedenfalls steht im RAPEX-Jahresbericht 2019.

RAPEX

RAPEX ist ein europäisches Schnellwarnsystem für gefährliche Verbraucherprodukte. Insgesamt sind 31 Länder angeschlossen, das heißt die komplette EU (also auch Belgien) und dann noch die Schweiz, Liechtenstein, Island und Norwegen.

Dieses Schnellwarnsystem betrifft Produkte wie zum Beispiel Spielzeuge, Autos, technische Geräte wie Bohrmaschinen oder Elektronikartikel, aber auch Kosmetika und besonders auch Textilien. Nicht davon betroffen sind Lebensmittel und auch Pharmazeutika, weil es für die ein eigenes Schnellwarnsystem gibt.

Gefährliche Produkte

Spielzeug kommt mit insgesamt knapp 30 Prozent aller Warnmeldungen am häufigsten vor. Gefolgt von Kraftfahrzeugen mit immerhin 23 Prozent und Textilien mit 12 Prozent.

Auch in Belgien gab es die meisten Beanstandungen bei Spielzeug. Das waren rund 24%. Gefolgt von Sport- und Freizeitartikeln mit 18% und man höre und staune von pyrotechnischen Gegenständen mit 16%.

Und die drei am häufigsten gemeldeten Gefahren waren Verletzungen, Verbrennungen und Feuer. 

Sicherheit im Netz

Immer mehr Verbraucher kaufen Produkte online direkt von Drittländern. Die Herausforderung besteht darin, dass die Produkte auch den Sicherheitsstandards der EU entsprechen müssen. Die EU arbeitet immer enger mit internationalen Partnern und online-Plattformen zusammen.

Im Jahr 2019 wurde in 16% aller Warnmeldungen angegeben, dass die betreffenden gefährlichen Produkte online gefunden worden waren. Das ist dann besonders problematisch und eine große Herausforderung, wenn der Verkäufer außerhalb der EU ansässig ist.

2243 Warnmeldungen in 2019

Das ist schon jede Menge. 2003 beim Start des Schnellwarnsystems waren es nur 139 Verbraucherprodukte, bzw. Warnmeldungen. Diese Zahl von Warnmeldungen muss allerdings nicht unbedingt ein Signal für mehr gefährliche Waren auf dem Markt sein.

Nur zur Erinnerung: 2018 waren es 2.257 gefährliche Produkte, die vom Markt genommen wurden, also nur unwesentlich etwas mehr als im letzten Jahr. Heutzutage wird halt mehr geprüft und das führt dann auch zu mehr Warnmeldungen.

Verbraucherschutz

In der Regel ist es ja so, dass viele Hersteller versuchen, Fremdkörper oder Fehler in den Produkten aufzuspüren, bevor sie die Fertigungshalle verlassen. Aber einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Wird ein Produktfehler entdeckt, prüft der Hersteller den Fall und sucht die Ursachen. Sind die Gegenstände bereits in den Handel gelangt, müssen Unternehmen einen Rückruf starten. Dann werden auch die Medien eingeschaltet. Auf der anderen Seite haben wir auch noch das RAPEX-System.

Wie schon erwähnt, das Internet ist natürlich in dem Sinne eine Schwachstelle.

Es gibt natürlich Tipps, die der Verbraucher beherzigen kann, wie zum Beispiel, Preise miteinander vergleichen, Gütesiegel prüfen, Widerrufsfristen kontrollieren oder auf der Website der europäischen Überwachungsbehörde sich über ein bestimmtes Produkt informieren, dass dort vielleicht als gefährlich eingestuft worden ist.

Allerdings sind wir der Ansicht, dass hier dem Verbraucher auch wieder zusätzliche Arbeit aufgebürdet wird. Es kann ja nicht sein, dass der Verbraucher sich zuerst mal vor den Computer hinsetzen muss und im Internet die Datenbank vom RAPEX-System durchforstet, das auch nur in Englisch existiert und dann erst den Einkauf tätigt.

Der Verbraucher muss sich einfach darauf verlassen können, dass nur sichere Produkte – in diesem Falle online – angeboten werden.

Mehr zum Thema finden Sie auch unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien