Verbrauchertipp: Achtung vor falschen Vertretern

Wenn’s an der Tür klingelt, ist Besuch angesagt. Doch nicht jeder Besuch bringt Freude. Immer wieder kommt es vor, dass die Verbraucherschutzzentrale Klagen über Vertreter von Energieanbietern oder auch von Unternehmen entgegennimmt, die beispielsweise Dachrinnen säubern und Dächer von Moos befreien. Darauf sollte man sich jedoch nicht einlassen.

Achtung vor unseriösen Vertretern (Foto: Pixabay)

Achtung vor unseriösen Vertretern (Foto: Pixabay)

Egal, worum es sich handelt: Die Verbraucherschutzzentrale warnt davor, einen Vertrag gleich welcher Art zwischen Tür und Angel abzuschließen. Bernd Lorch von der VSZ erklärt mit welchen Tricks diese „unseriösen“ Vertreter arbeiten.

Sehr oft ist es so, dass vor allem ältere Menschen und Senioren ins Visier dieser Vertreter geraten. In vielen Fällen ködern sie ihre Opfer, indem sie sagen, dass die Arbeiten unbedingt gemacht werden müssten, wenn es sich jetzt um Unternehmen zur Säuberung von Dachrinnen handelt oder Asphaltarbeiten, das ist auch schon vorgekommen. Sie treten oft mit wirklich professionell aussehendem Material auf. Produkte wie Staubsauger, Matratzen oder Sonstiges werden auch gerne an der Haustüre angeboten.

Bei den Vertretern von Energieanbietern ist es oft so, dass sie Verbraucher unter Druck setzen und mit ihren Überredungskünsten und sehr viel Phantasie, dann die Verträge ergattern wollen. Viele sind schon sehr clever und nutzen die Ahnungslosigkeit der Verbraucher schamlos aus. Was alle gemeinsam haben: Es ist vor allem teurer, als im normalen Handel.

Was passiert, wenn man auf die Vertreter eingeht?

Es gibt Fälle – die auch polizeilich dokumentiert sind – bei denen zum Beispiel die Arbeiter am Dach rein gar nichts gemacht haben, oder nur schlecht und die ahnungslosen Verbraucher eine Rechnung von 600 Euro zahlen sollten. Am besten dann auch noch bar.

Anders sieht es mit einem Vertrag bei einem Energieanbieter aus. Da kann’s dann passieren, dass mir ein Vertreter einen Energieanbietervertrag aufschwatzt, den ich so gar nicht brauche.

Ein Vertreter an der Türe

Ein Vertreter steht plötzlich vor der Türe und möchte etwas verkaufen. Nun sollte der Verbraucher sich zuerst mal nicht unter Druck setzen lassen. Es gibt nichts Dringendes an der Haustüre und je dringender ein Geschäft ist, desto hellhöriger sollte der Verbraucher auch reagieren.

Also wenn jetzt einer kommt und sagt: Das Angebot gilt nur heute und die Nachbarn haben es auch gemacht, usw., dann müssten eigentlich sämtliche Alarmglocken schrillen und da ist es am besten sofort die Türe zu schließen.

Was jetzt Verträge von Energieanbietern betrifft, ist es ratsam, keinen Vertrag zwischen Tür und Angel zu unterschreiben und einfach zu sagen: „Nö, ich brauche noch ein bisschen Zeit zum Nachdenken und ich will das Angebot in aller Ruhe prüfen“.

Falls man dennoch unterschrieben hat, ist das auch noch kein Beinbruch. Denn man kann jeden Vertrag, der an der Haustüre abgeschlossen worden ist, per Einschreiben innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Das ist gut zu wissen.

Ein Handwerker bietet seine Dienste an

Wenn ein Handwerker bei Ihnen klingelt und seine Dienste anbietet, dann ist es ein ganz probates Mittel, mal im Bekanntenkreis Empfehlungen einzuholen: hat der Handwerker Referenzen? Vor allem sollte man mehrere Angebote auch von anderen Firmen oder Handwerkern einholen, wie man das ja auch sonst macht.

Wenn ein Vertrag abgeschlossen wird, dann sollte genau geprüft werden, ob die anstehenden Arbeiten, Anforderungen und Preise genau aufgelistet sind. Und niemals den vollen Preis in bar zahlen, sondern allenfalls eine Anzahlung.

Wichtig ist aber auch: Wenn der mal vor der Türe steht, sich dann nicht nötigen zu lassen. Nicht vereinbarte Preise können angefochten werden und sollte der Anbieter oder der Handwerker wirklich aggressiv werden, dann sofort die Polizei rufen.

Drauf hereingefallen! Was nun?

Eine Möglichkeit ist, Klage bei der Polizei einzureichen, eine andere ist, die Meldestelle des Föderalen Öffentlichen Dienstes Wirtschaft zu kontaktieren und dort seine Klage vorzubringen.

Wer aber nicht weiter weiß, der kontaktiert am besten die Verbraucherberatung. Die helfen Ihnen gerne weiter.

Wenn der Vertreter oder aufdringliche Unternehmen an der Haustüre klingeln, dann ist guter Rat oft teuer.

Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter vsz.be

Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien