Verbrauchertipp: Gewinner des Goldenen Windbeutels

Es ist der Preis, den keiner will: der Goldene Windbeutel. Er wird jedes Jahr für die aggressivste Werbemethode vergeben und auch in diesem Jahr verlieh "Foodwatch" den Preis für den größten Schummler.

Gewinner (Foto: Pixabay)

Gewinner (Foto: Pixabay)

Die Organisation „Foodwatch“ hat dieses Jahr zum wiederholten Mal den Schummelkönig der Lebensmittelindustrie gekürt. Wem der Thron gebührt, das entscheidet der Verbraucher.

Was ist „Der Goldene Windbeutel“?

Der Goldene Windbeutel ist ein Wettbewerb für aggressive Werbemethoden und dreiste Werbelügen, unter anderem geht es dabei auch um Kinderlebensmittel.

Die Verbraucherorganisation „Foodwatch“ in Deutschland erhält im Jahr durchschnittlich 1.000 Hinweise auf Etikettenschwindel und die schlimmsten Werbelügen gehen dann ins Rennen um den Goldenen Windbeutel.

Auf seinem Internetportal stellt „Foodwatch“ meistens 4 bis 5 Produkte zur Wahl. Dort gibt es dann auch zu jedem Produkt eine Infotafel und im Nachhinein kann der Verbraucher dann seine Stimme abgeben.

Foodwatch

Der Goldene Windbeutel ist ein Aushängeschild der Organisation „Foodwatch“. Die küren dieses Jahr nicht zum ersten Mal den Schummelkönig der Ernährungsindustrie .

Gewinner

„Grünlander Käse“ von „Hochland“ hat in diesem Jahr den Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge des Jahres erhalten. Und zwar: „Hochland“ verspricht Milch von Freilaufkühen und wirbt mit einer grünen Seele und einer wie eine Wiese gestalteten Verpackung. Tatsächlich stehen die Freilaufkühe im Stall.

Mehr als 65.000 gültige Stimmen gingen im Wahlzeitraum seit Mitte August ein.

Welche anderen Lebensmittel wurden für den Goldenen Windbeutel nominiert?

Neben dem „Gründländer Käse“ von „Hochland“ landete der „Volvic-Bio Rooibos-Tee“ von „Danone Waters“ auf dem 2. Platz. In Wahrheit besteht der Tee nur aus 0,26 Prozent aus Rooibos-Aufguss und zu 92 Prozent aus aromatisiertem Mineralwasser.

Auf dem 3. Platz landete die „Bio-Weidenmilch“ von „Arla“. Hier führt der Molkereikonzern die Klimaschützer hinters Licht. Denn „Arla“ bewirbt ihre haltbare Weidenmilch mit einem Siegel, das 71 Prozent weniger CO2 verspricht. Dabei unterschlägt „Arla“ allerdings den wichtigsten Punkt der Klimabilanz: die Milchproduktion. Die Werbeaussage bezieht sich nämlich nur auf die Verpackung.

Der vierte Platz geht an „Zentis Erdbeermarmelade“. „Zentis“ wirbt hier mit 50 Prozent weniger Zucker. Das Problem ist, dass dieser Fruchtaufstrich doppelt so viel kostet wie das Original – dabei ist lediglich mehr Wasser im Spiel.

Der letzte Platz geht an den Müsliriegel „Be-Kind“ von „Mars“. Der Lebensmittelkonzern vermarktet seinen Erdnussriegel wie einen gesunden Sport-Snack mit pflanzlichem Protein-Kick. Dabei besteht der Riegel zur Hälfte aus Fett und Zucker und ist damit alles andere als gesund.

Wie reagieren die Unternehmen auf so eine Kampagne?

Das ist ganz unterschiedlich. In der Regel lässt die Unternehmen das nicht kalt, denn wer möchte schon den Goldenen Windbeutel verliehen bekommen.

Foodwatch wollte den Goldenen Windbeutel am Firmensitz von „Hochland“ im bayrischen Heimenkirchen überreichen. Sie sind aber nicht empfangen worden. Alle Fensterläden waren dicht und man war auch nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Im letzten Jahr war das ganz anders, da hat Zwergenwiese den Goldenen Windbeutel für seine Kindertomatensauce bekommen, weil die einfach zu viel Zucker enthielt. Die haben den Preis persönlich entgegengenommen und Besserung gelobt.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch will durch diese Maßnahme auf legale Täuschung im Lebensmittelbereich aufmerksam machen und sie wollen dadurch auch bessere gesetzliche Kennzeichnungsregeln erwirken.

Gewinner des diesjährigen Goldenen Windbeutels für die aggressivste Werbemethode ist der „Gründländer Käse“ von „Hochland“, wegen seinen Freilaufkühen, die aber nur im Stall rumstehen.

Weitere Infos finden Sie auch bei der Verbraucherschutzzentrale.