Verbrauchertipp: Achtung vor Möbelhausaktionen

Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Thema angeschnitten wird und es wird sehr wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal sein: Die Rede ist von zweifelhaften Verkaufsmethoden bei einer Möbelhausaktion. Was jetzt aber genau dahintersteckt, erklärt Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale. Diese bittet nämlich die Bevölkerung um Mithilfe.

Falls Sie einen dubiosen Anruf erhalten, wenden Sie sich an die VSZ (Foto: Jim Reardan Unsplash)

Falls Sie einen dubiosen Anruf erhalten, wenden Sie sich an die VSZ (Foto: Jim Reardan Unsplash)

Worum geht es, wenn von dubiosen Verkaufsmethoden bei einer Möbelhausaktion die Rede ist?

Verbraucher werden telefonisch aufgefordert, ein Geschenk oder einen Gewinn abzuholen und werden auf diese Weise zu einer Verkaufsveranstaltung gelockt, ohne dass sie das so richtig mitbekommen.

Und das findet fast immer am Wochenende statt, wenn man den angeblichen Gewinn abholen soll.

Wie läuft die Betrugsmasche denn ab?

In der Regel sind das ältere Menschen, die angerufen werden, so ab 50, 60 Jahren. Ihnen wird dann am Telefon in Französisch mitgeteilt, dass sie eine Reise gewonnen haben und die müssen sie dann einfach nur abholen.

In einem Fall, der uns im Frühjahr von einem Opfer geschildert worden ist, haben die Verbraucher da am Eingang zum Saal zunächst mal ein Glas Sekt oder ein Glas Sangria erhalten. Sie bekamen dann auch gleich ein Messerset und eine Flasche Wein in die Hände gedrückt, was sich dann später als angeblicher Gewinn entpuppte.

Und dann kommt der Verkäufer ins Spiel, der seine Möbel oder Ledergarnituren verkaufen möchte. Darum geht es nämlich eigentlich. Der Kunde soll im Glauben sein, es geht um einen Gewinn und nebenbei noch ein Schnäppchen machen beim Möbelkauf. Das ist die Strategie, die die Verkäufer verfolgen.

Und am Ende bleibt der Verbraucher auf überteuerten Möbeln sitzen?

Sicher, da kann es dann passieren, dass man mit einer Matratze zum Preis von 2.000 € nach Hause fährt oder einer Ledergarnitur von 8.000 €, die in Wirklichkeit nur 2.000 € wert ist. Und mit Geschenken oder einem Gewinn, die alles andere als kostbar sind.

Ich möchte nur einen Fall zitieren, wo ein Opfer angeblich eine sehr gute Flasche Wein erhalten hat und ein kostbares Messerset. Wir haben dann die Probe aufs Exempel gemacht und die wahren Preise der Flasche Wein und auch des Messersets ermittelt: die gute Flasche Wein kostete in Wirklichkeit 2 € und das Messerset noch keine 12 €. Soviel dazu.

Wie kann man solchen dubiosen Verkaufsmethoden das Handwerk legen?

Wir fordern alle dazu auf, sich bei der Verbraucherschutzzentrale zu melden, wenn sie eine Einladung erhalten, um einen angeblichen Gewinn einer Reise oder ein Geschenk bei einer Möbelhausaktion abzuholen. Wichtig ist aber dabei, dass diese Aktion noch bevorsteht.

Warum ist das so wichtig?

Die VSZ arbeitet in diesem Zusammenhang mit dem Föderalen Öffentlichen Dienst Wirtschaft zusammen. Da wir ja als Verbraucherschutzzentrale nicht befugt sind selbst Kontrollen durchzuführen, wohl aber die Wirtschafsinspektion, können wir die Daten sofort an die FÖD Wirtschaft weiterleiten, damit diese dann am Wochenende rechtzeitig vor Ort erscheinen kann und damit auch – wie gesagt – Kontrollen durchführen kann.

Dubiose Verkaufsmethoden bei Möbelhausaktionen, das war unser Thema. Antworten dazu von Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale.

Wenn Verbraucher eine Einladung erhalten haben, um einen möglichen Gewinn im Rahmen einer Möbelhausaktion abzuholen, dann bitte sich sofort an die Verbraucherschutzzentrale wenden.

Weitere Infos zum Thema finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien