Verbrauchertipp: Vorsicht bei Haustürgeschäften

Wenn’s an der Tür klingelt, ist Besuch angesagt. In der Regel freut es einen, aber bei gewissen Personen bekommt der eine oder andere schon mal ein bisschen Muffensausen. Besonders dann, wenn sich herausstellt: Da steht ein Vertreter vor der Tür. Dann heißt die Devise: wachsam sein! Das ist auch in den letzten Tagen hier in Ostbelgien der Fall, denn die Verbraucherschutzzentrale verzeichnet vermehrt Klagen von Verbrauchern über Vertreter des Energieanbieters Luminus.

In Ostbelgien sind mehr Vertreter von Luminus unterwegs (Bild: Sven Dillen/belga)

In Ostbelgien sind vermehrt Vertreter von Luminus unterwegs (Bild: Sven Dillen/belga)

Die Verbraucherschutzzentrale erhält in letzter Zeit vermehrt Beschwerden über Vertreter des Energieanbieters Luminus.

Worüber genau beschweren sich denn die Verbraucherinnen und Verbraucher?

Es geht um Haustürgeschäfte. Die Vertreter wollen keine maßgeschneiderte Dienstleistung verkaufen, sondern dem Verbraucher einen Energievertrag auf die Nase binden, um später die Provision zu kassieren.
Der Gipfel ist, dass die Vertreter die Coronavirus-Pandemie schamlos als Verkaufsargument einsetzen.

Kann es sein, dass die Energieanbieter Dienstleister beauftragen, um das Haustürgeschäft abwickeln zu können?

Genau. Denn so manche Energieanbieter, wie in diesem Fall Luminus, verfügen nicht immer über das nötige Personal, um bei PR-Kampagnen Haustürgeschäfte zu ermöglichen.

Deshalb nutzen sie die Dienste von Dritten oder Subunternehmen. Und diese Vertreter werden dann oft nur über Provisionsbasis bezahlt. Nach dem Motto: Je mehr Verträge, desto mehr Geld. Und um an mehr Verträge zu kommen, wenden viele dann auch schon mal unlautere Verkaufspraktiken an.

Wie sehen diese unlauteren Verkaufspraktiken aus?

Viele versuchen, den Verbraucher zunächst mal unter Druck zu setzen: die kommen dann mit Sprüchen wie zum Beispiel: „Das Angebot gilt nur heute“ oder „Das können Sie nur bei mir bestellen“.
Die Vertreter fragen auch nicht nach dem aktuellen Energievertrag oder nach dem aktuellen Verbrauch. Dabei ist das doch wirklich absolut notwendig, wenn ich einen Preisvergleich machen möchte. Also das sollte einen schon stutzig machen.
Oft wollen die Vertreter aber nur an die persönlichen Daten herankommen, wie z.B. Name, Adresse, Telefonnummer und Kontonummer, um angeblich eine Simulation durchführen zu können.

Warum angeblich?

Weil diese Daten im Grunde genommen nur dazu dienen, einen Vertrag abschließen zu können. So erhalten dann die Verbraucher per Mail oder per Post einen Vertrag, obwohl sie gar nicht zugestimmt haben. Sondern sie waren der Meinung, nur ein Angebot zu erhalten.

Was kann ich dann tun, um da wieder raus zu kommen?

Als Verbraucher habe ich das Recht bei Haustürgeschäften oder auch wenn die Sache nur über Telefon gelaufen ist, innerhalb von 14 Tagen den Vertrag zu widerrufen, am besten per Einschreiben.
Ich kann die Sache auch beim Kontaktcenter des Föderalen Öffentlichen Dienstes Wirtschaft melden. Wichtig ist für den Verbraucher, bei Haustürgeschäften keine Infos preis zu geben und schon gar keinen Vertrag zu unterschreiben. Da besteht wirklich kein Grund zur Eile. Man sollte sich das lieber zweimal überlegen, ob das Angebot auch wirklich das ist, was ich brauche.

Wenn der Vertreter an der Haustüre klingelt, dann ist oft guter Rat teuer. Die Einzelheiten dazu hatte Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale.

Weitere Infos gibt’s auch im Netz unter vsz.be.

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien