Verbrauchertipp: Vorsicht vor falschen Flirts

Millionen Menschen sind täglich im Netz unterwegs, unter anderem auch auf der Suche nach dem richtigen Partner oder der richtigen Partnerin. Das wissen auch Betrüger und digitale Heiratsschwindler. Immer wieder passiert es, dass am Ende der Liebesstory der Verbraucher den Kürzeren zieht, sprich – sein Geld quitt ist.

Online-Dating

Online-Dating (Foto: Bildagentur PantherMedia / SIphotography)

Wenn es um sogenannte „falsche Flirts“ geht, welche Möglichkeiten kommen da in Betracht?

Da kommen grundsätzlich mehrere Möglichkeiten in Betracht: Die Betrüger suchen ihre Opfer in Singlebörsen wie Tinder, das ist so die gängigste Masche. Sie finden sie aber auch oft über E-Mail-Kontakte, da bekommt man dann plötzlich eine E-Mail, beispielsweise aus Osteuropa, mit einem tollen Foto. Oder sie finden ihre Opfer in Internetforen oder über soziale Netzwerke wie Facebook.

Und wie gehen die Betrüger vor? Was ist ihr Ziel?

Die Betrüger wollen an Geld kommen, das ist klar. Das erste Ziel aber ist Vertrauen schaffen. Der angebliche Prinz oder die Prinzessin spielt dann mit den Gefühlen des Opfers, gaukelt die große Liebe vor. Das geht dann hin und her und irgendwann will er oder sie Geld. Sei es, um angeblich mit dem Flugzeug nach Belgien zu kommen, oder um das Visum zu bezahlen, oder aber eine Schwester, Bruder oder Onkel ist erkrankt und man benötigt dringend Medikamente… Also der Phantasie der digitalen Heiratsschwindler sind da keine Grenzen gesetzt.

Wie kann ich mich als Verbraucher vor solchen Betrügereien schützen?

Das erste, was man machen sollte, ist das Profil des angeblichen „Prinzen“ oder der „Prinzessin“ überprüfen. Viele sind ja mit einem Foto ausgestattet und da kann man leicht mit der Google-Rückwärtssuche ermitteln, ob dieses Foto nicht schon irgendwo auf anderen Portalen aufgetaucht ist. Eine andere wichtige Sache ist, bei solchen Dingen keine persönlichen Daten oder Informationen preiszugeben. Man sollte auch sehr argwöhnisch gegenüber Geschichten sein, die zu Tränen rühren. Und wenn dann jemand um Geld bittet, sollte sich jeder die Frage stellen, warum werde ich um Geld gebeten und nicht ein Angehöriger der Familie. Und was man auf keinen Fall tun sollte ist Geld überweisen.

Wenn ich jetzt merke, dass es sich um Betrug handelt. Was mache ich denn da am besten?

Auf jeden Fall sofort den Kontakt abbrechen und alle Daten des Betrügers sammeln: E-Mail-Adresse, eventuell Telefonnummer, etc. Was wichtig ist: Es gibt eine Internetadresse, pointdecontact.belgique.be, wo man den Fall melden sollte. Da kann man dann auch die Daten hinterlegen. Wenn jemand die Daten einer Kreditkarte oder persönliche Daten weitergeleitet hat, dann sollte man am besten Anzeige bei der Polizei erstatten.

Und was passiert, wenn ich schon Geld überwiesen habe? Kann ich das wieder zurückbekommen?

Das wird schwierig. Es gibt eine klitzekleine Möglichkeit, wenn man schnell genug handelt. Das heißt, man muss sofort seine Bank anrufen, damit die den Transfer stoppen kann, bzw. das Konto blockieren. Aber in den meisten Fällen wird das Geld wohl futsch sein.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien