Verbrauchertipp: Black Friday: Chance oder Falle?

Wie inzwischen klar ist, findet am kommenden Freitag tatsächlich der sogenannte „Black Friday“ statt. Ob es dabei bleibt, war unsicher, doch der föderale Wirtschaftsminister Pierre-Yves Dermagne hat das Ganze nochmals bestätigt.

Black Friday (Bild: Tolga Akmen/AFP)

Mit viel Werbung bieten besonders Online-Händler vermeintliche Schnäppchen an, aber nicht immer sind die angeblich extrem niedrigen Preise wirklich attraktiv. Wer bei diesen Aktionen profitieren will, sollte sich vorher gut informieren, sagen vor allem Verbraucherschützer.

Zunächst eine grundsätzliche Frage: Was ist der Black Friday? Worum geht’s da eigentlich?

Der Black Friday ist eine Tradition, die aus den USA stammt. Dort locken traditionell die Kaufhäuser am Tag nach Thanksgiving mit günstigen Rabatten und Sonderangeboten. Dieses Jahr findet der Black Friday am 27. November statt. Er dauert 24 Stunden.

In den USA ist der Black Friday schon ein richtiges Shopping-Erlebnis. Da stehen tausende Menschen bereits in den frühen Morgenstunden vor den Geschäften. Man kann sich das ein bisschen so vorstellen, als wenn bei uns der Winterschlussverkauf nur an einem einzigen Tag stattfinden würde.

Und diese Tradition des Black Fridays macht sich nun seit einigen Jahren auch hier bei uns breit?

Richtig. Ob das nun gut ist, v. a. hinsichtlich der Nachhaltigkeit, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht sollte sich jeder vor dem Kauf überlegen, ob er das Produkt auch wirklich braucht. Hier in Belgien ist es so, dass dieser Black Friday vor allem im Online-Geschäft in die Praxis umgesetzt wird, mit Schwerpunkt auf Elektronik-Artikel.

Worauf muss ich achten, wenn ich mir Sachen im Internet anschaue, die ich gerne kaufen möchte?

Man sollte natürlich die verschiedenen Angebote miteinander vergleichen. Ein Trick, der immer wieder vorkommt, ist der mit der UVP, also der „unverbindlichen Preisempfehlung“, also wo der Sonderpreis einfach unschlagbar ist. Da können angebliche Rabatte von 50 Prozent in Wirklichkeit schnell auf 10 oder nur 20 Prozent zusammenschrumpfen. Wer also ein teures Produkt kauft und auf Angebote wartet, der sollte im Vorfeld die Preise vergleichen. Denn nur im Verhältnis zum üblichen Marktpreis kann man das angebliche Schnäppchen richtig einordnen. Ganz wichtig ist aber auch, dass man sich nicht unter Druck setzen lassen sollte. Denn viele Händler versuchen, mit kurzen Angebotsfristen oder ablaufenden Uhren Druck auf die Kunden auszuüben.

Wahrscheinlich ist es auch wichtig, dass man als Verbraucher auf sogenannte Fake-Shops und falsche Angebote achtet?

Auf jeden Fall, Betrug im Internet kommt immer wieder vor und auch beim sogenannten Black Friday ist Betrug nicht ausgeschlossen. Fake-Shops werben ja häufig mit ungewöhnlich hohen Rabatten. Kriminelle Händler kassieren oft per Vorkasse und liefern dann die gekaufte Ware nicht. Am sichersten ist es, per Rechnung, Lastschrift oder anhand eines PayPal-Kontos zu bezahlen. Diese Fake-Shops kann man aber auch erkennen, indem man mal einen Blick ins Impressum oder in die allgemeinen Geschäftsbedingungen wirft. Denn wenn die Internetseite bzw. der Händler kein Impressum und keine AGB hat, dann auf jeden Fall die Finger davon lassen.

Welche Tipps können den Verbrauchern sonst noch mit auf den Weg gegeben werden?

So blöd es klingen mag, aber ein Einkaufszettel ist ziemlich sinnvoll. Denn dann kauft man in der Regel nur das, was man wirklich möchte und man behält den Überblick. Wirtschaftsminister Dermagne hat ja auch kürzlich dazu aufgerufen, aus der Aktion einen „Belgium Friday“ zu machen und Waren bei lokalen belgischen Händlern zu bestellen. Also kann man sich vielleicht fragen, ob auch lokale Händler ihre Produkte online anbieten. Denn bei Waren aus Übersee, wie z. B. aus den USA, Kanada oder China sollte man auch die versteckten Kosten im Blick haben, wie zum Beispiel Transport- und Zollkosten.

Und wer etwas im Internet bestellt hat, sollte wissen, dass er ein Rückgaberecht von 14 Tagen hat. Also für den Fall, dass das Schnäppchen doch nicht passt, was kaputt ist oder sich nur als Lockangebot entpuppt.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien