Verbrauchertipp: Smishing – Betrügerische SMS

Eine SMS von der Bank, von der Post oder einem anderen Unternehmen – das dürfte auf den ersten Blick verwundern. Denn dahinter könnte Betrug stecken und zwar per SMS, also mit Hilfe von Textnachrichten. Was in der Fachsprache als „smishing“ bezeichnet wird, greift immer mehr um sich.

Junger Mann mit Smartphone (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / stockasso)

Junger Mann mit Smartphone (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / stockasso)

Auch die Verbraucherschutzzentrale registriert, dass immer wieder Verbraucher betrügerische SMS erhalten.

Wie funktioniert diese Betrugsmasche?

Die Methoden der Betrüger sind sehr variantenreich. Es kann sein, dass in der Mitteilung ein Link eingebaut ist, den der Empfänger anklicken soll, damit er weitere Informationen erhält. Dahinter verbirgt sich aber oft der Download von einem Schadprogramm. Und dieser Trojaner verschickt dann im Hintergrund „Premium-SMS“, die hohe Kosten verursachen. 

Eine andere Methode ist, dass der Text der Nachricht den Empfänger auffordert, wegen eines angeblichen Notfalls zurückzurufen. Nur wurde die Nummer so geschickt getarnt, dass selbst Experten die teure gebührenpflichtige Adresse nicht erkennen. Und man landet dann in einer Warteschleife, die viel Geld kostet.

Hier handelt es sich in der Regel noch um kleinere Summen. Aber die Betrüger können durchaus auch größere Beträge anzapfen?

Ja, das stimmt. Es gibt auch Fälle, wo der Verbraucher eine Textnachricht, beispielsweise von einer Bank, erhält mit der Aufforderung, wegen Komplikationen seine Bankdaten neu einzugeben. In diesem Fall wollen die Betrüger ans Bankkonto kommen. Und wir in der Verbraucherschutzzentrale kennen Fälle, wo die Betrüger das Opfer dann innerhalb weniger Minuten um einige tausend Euro erleichtert haben, indem der ahnungslose Verbraucher seine Bankdaten übermittelt hat.

Oder man erhält eine SMS mit der Nachricht, dass eine Zahlung zweimal erfolgt sei. Die Empfänger werden dann aufgefordert auf den Link zu klicken, um die zweite Zahlung zurückzufordern. Und irgendwann ist man dann, wenn man alle Schritte befolgt, sein Geld quitt.

Wie kommen die Betrüger denn an die Telefonnummer?

Eine Methode der Betrüger ist, die SMS nicht nur an eine Person, sondern an tausende zu senden. Die haben die Telefonnummern anhand einer Software quasi zusammengestellt oder erfunden, in der Fachsprache nennt man das auch automatische Nummerngenerierung. Und dann kann die betreffende Nummer vom Verbraucher „XY“ darunter sein.

Die Betrüger zapfen aber auch oft mit Spezialanwendungen Informationen von Webseiten an, um mit dieser Methode gültige Nummern zu bekommen. Ein Grund mehr, mit solchen Informationen im Internet sehr vorsichtig umzugehen.

Wie kann man sich denn als Verbraucher vor solchen betrügerischen SMS schützen?

Eins vorweg: eine Bank oder ein Ministerium würde niemals den Verbraucher via SMS kontaktieren. Wenn man eine SMS mit einem unbekannten Absender erhält, dann sollte man auf jeden Fall misstrauisch sein. Man sollte sich auch nicht von dringenden kleinen Texten verleiten lassen, einen Rückruf zu tätigen oder Links anzuklicken. Vor allen Dingen, wenn ein Link in der SMS auftaucht, dann müssten alle Warnglocken läuten. Und auf keinen Fall anklicken. Was man durchaus tun kann ist, die gefälschte SMS an „safe on web“ zu schicken. Die haben eine eigene E-Mail-Adresse: verdacht@safeonweb.be. Und auf keinen Fall persönliche Daten weiter geben.

Und was sollte man tun, wenn man doch auf einen Link geklickt oder zurückgerufen hat?

Sofort die Bank kontaktieren und die Kreditkarte von Card Stop stoppen lassen. Und trotzdem Anzeige bei der Polizei erstatten.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien