Verbrauchertipp: Die Krux mit der Garantie

Das Thema „Garantie“ sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Vor allem wenn zum Beispiel zu Weihnachten etwas Neues gekauft wird und das Produkt nach wenigen Wochen den Geist aufgibt. Dann spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Kaffeemaschine, eine Jeans oder ein Smartphone handelt.

Garantie (Bild: PantherMedia/filmfoto)

Garantie (Bild: PantherMedia/filmfoto)

Wenn Ware kaputt geht, dann ärgern wir uns und wollen sie natürlich umtauschen – wir haben sie ja schließlich bezahlt. Das Ganze kostet aber Zeit und Nerven und manchmal auch noch Geld.

Es kann immer mal passieren, dass ein Gerät nicht funktioniert oder etwas kaputt geht. Dann kommt im Regelfall die Garantie zum Einsatz. Die gilt für den Verkauf von Waren durch einen Händler an einen Verbraucher, ganz gleich ob es sich dabei um Neu- oder Gebrauchtwaren handelt. Oder? 

Das stimmt. Gebrauchsgüter oder Waren sind zum Beispiel Fernseher, Autos, Smartphones, Tablets und so weiter. Das Gesetz bezieht sich auf der einen Seite auf die sogenannte gesetzliche Garantie, das heißt jene Garantie, die jeder Verkäufer gewähren muss. Auf der anderen Seite bezieht sich das Gesetz auf die vertragliche Garantie, also diejenige, die der Verkäufer noch zusätzlich in seinem Vertrag vorsieht und die dann auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen beschrieben wird.

Wie lange gilt denn die Garantiefrist für Neuwaren?

In der Europäischen Union gilt für den Kauf von neuen Produkten eine gesetzliche Frist von zwei Jahren ab Lieferung der Ware. Für Gebrauchtwaren kann die Frist kürzer sein, darf aber nicht unter einem Jahr liegen. Zur Garantiefrist ist aber ganz wichtig zu betonen, dass die ersten sechs Monate äußerst wichtig sind. 

Warum sind die ersten sechs Monate wichtig?

Das ist besonders wichtig zu wissen: Stelle ich zum Beispiel fest, dass nach ein paar Wochen der neue Staubsauger, den mir meine Frau zu Weihnachten geschenkt hat, aus irgendeinem Grund den Geist aufgibt, dann wird angenommen, dass der Mangel oder Fehler schon von Anfang an bestanden hat. Das heißt, die Beweislast liegt dann beim Verkäufer. Dieser Mangel oder Fehler muss dem Verkäufer innerhalb von zwei Monaten mitgeteilt werden und das am besten per Einschreiben. 

Eine ganz andere Geschichte ist es, wenn ich den Mangel nach den ersten sechs Monaten feststelle. Dann muss ich als Verbraucher beweisen können, dass es sich hier wirklich nicht um eigenes Verschulden handelt.

Welche Rechtsmittel stehen dem Verbraucher in solch einem Fall zur Verfügung?

Stelle ich zum Beispiel fest, dass die Neuware, egal ob es eine Kaffeemaschine oder ein Handy ist, defekt ist, dann habe ich Anrecht auf eine Reparatur oder einen vollwertigen Ersatz. Stellt der Verkäufer nun fest, dass beides nicht möglich ist, dann habe ich Anrecht auf eine angemessene Preisminderung, das heißt mit anderen Worten: Ich will mein Geld zurück.

Wenn ich aber mein neues Smartphone mal habe fallen lassen oder es auf dem Verandatisch draußen habe liegen lassen und es ist nass geworden – gibt’s da eine Chance, das ersetzt zu bekommem?

Eher nicht. In diesem Fall ist es ja deine Schuld und Nachlässigkeit. Die Chancen sind sehr gering, dass der Händler dir das Smartphone anstandslos ersetzt. Da sollte man auch fair bleiben dem Händler gegenüber.

Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann kann ich mich bei der VSZ melden?

Natürlich. Man kann sich aber auch beim neuen Verbraucherombudsdienst melden. Das ist ein eigenständiger öffentlicher Dienst, der quasi nur über das Internet funktioniert. Da hat man die Möglichkeit, ein Online-Beschwerdeformular auszufüllen und einzureichen. Wem das zu umständlich ist, der kann sich aber gerne hier bei der Verbraucherschutzzentrale melden.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien