Verbrauchertipp: Mediation für Mietrecht

Oftmals gibt es Streit zwischen Mietern und Vermietern – und wenn’s vor Gericht geht, dann kostet es viel Geld, Zeit und Nerven. Dass es auch anders geht, zeigt die Verbraucherschutzzentrale. Und zwar bietet sie eine alternative Lösung an, um Konflikte zwischen Mieter und Vermieter außergerichtlich beizulegen.

Mietrecht (Foto: Bildagentur PantherMedia/Boris Zerwann)

Mietrecht (Foto: Bildagentur PantherMedia/Boris Zerwann)

Diese Alternative nennt sich Mediation. Was genau verbirgt sich dahinter?

Der Begriff „Mediation“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Vermittlung. Wir als Verbraucherschutzzentrale verstehen Mediation als ein Verfahren, um Konflikte gemeinschaftlich zu lösen. Man kann sich das folgendermaßen vorstellen: Wir haben da die beiden Konfliktparteien, die sollen eine gemeinsame Lösung ihres Konflikts erarbeiten. Und das Ganze geschieht unter der Leitung eines neutralen Vermittlers, eines Experten auf dem Gebiet. Das Ziel ist eine Win-Win-Lösung, also eine Lösung, wobei für beide Parteien mehr herauskommt, als bei einem einfachen Kompromiss.

Wann macht es Sinn, so ein Verfahren anzustreben?

Sinn macht es zum Beispiel, wenn die Diskussionen in einem Streit zwischen Mieter und Vermieter festgefahren sind. Bei der Lösung geht es weniger darum, Recht zu bekommen, sondern vielmehr darum, eine faire Lösung zu finden und einen teuren und langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden.

Wie kann man sich so ein Mediationsverfahren vorstellen, wie läuft so etwas ab?

Grundlage ist, dass beide Parteien eine Konfliktlösung auch wollen. Wenn die eine oder andere Seite nicht will, macht’s ja keinen Sinn. In einer ersten Phase wird den Konfliktparteien zunächst einmal erklärt, was Mediation ist und vor allem, was es nicht ist.

Und was ist es nicht?

Es ist nicht der Richter, der ein Urteil fällt, wie in einem normalen Gerichtsverfahren, das womöglich sehr kostspielig werden kann. In so einem Mediationsprozess zählt auch nicht nur die Faktenlage, sondern spielen auch persönliche Themen eine Rolle.

In einer Mediation werden zuerst die Modalitäten für den Verlauf der Vermittlung festgelegt und die Vereinbarungen in einem Protokoll schriftlich festgehalten. In einer zweiten Phase wird die Sachlage erörtert, in einer dritten werden zukunftsorientierte Schwerpunkte erarbeitet, nach dem Motto: Soll der Mietvertrag weiter bestehen, soll die Kaution freigegeben werden, und so weiter und so fort. Und in einer vierten Phase werden dann Lösungsalternativen erarbeitet. In der letzten Phase – also im Falle einer Lösung – wird diese dann genau beschrieben und schriftlich dokumentiert.

Was kostet ein Mediationsverfahren bei der VSZ?

Das Mediationsverfahren wird nach Stundenhonoraren vergütet. Eine Stunde kostet 50 Euro und der Betrag wird den beiden Parteien zu gleichen Teilen in Rechnung gestellt und diese erhalten sie dann per Post. So ein Konflikt ist natürlich nicht in einer Stunde geklärt, aber am Ende wird es allemal billiger sein, als ein teurer Gerichtsprozess.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien