Verbrauchertipp: Winterschlussverkauf

Weihnachten ist passé und Schnäppchenjäger haben jetzt Hochkonjunktur. Aber entgegen der Gewohnheit beginnt der Winterschlussverkauf erst am kommenden Montag.

Winterschlussverkauf (Foto: Nicolas Maeterlinck)

Winterschlussverkauf (Foto: Nicolas Maeterlinck)

Rabatte bis zu 70 Prozent verspricht der Handel. Kein Wunder, die Auslagen der Textilgeschäfte sind mit Winterklamotten randvoll. Klar ist auch: Die Geschäfte brauchen Platz für ihre Frühjahrs- und Sommerware. Und das ist nicht nur bei Textilien, sondern auch bei Möbeln und Elektrogeräten der Fall. Klingt verlockend – trotzdem sollten Sie vorsichtig sein.

Warum beginnt der Winterschlussverkauf diesmal am Montag und nicht wie üblich an einem Samstag?

In der Regel beginnt der Winterschlussverkauf immer am ersten Samstag im Januar. Der Beginn ist nun auf Montag, den 4. Januar verlegt worden. Grund ist die Corona-Pandemie, ganz einfach um große Menschenansammlungen in den Geschäften zu verhindern. Das hat Wirtschaftsminister Pierre-Yves Dermagne schon Anfang Dezember in einer Pressemitteilung erklärt.

Was muss ein Schnäppchenjäger denn beim Einkauf beachten, wenn es soweit ist?

Wichtig ist, sich nicht von den hohen Rabatten täuschen lassen. Was am besten hilft, ist und bleibt ein Einkaufszettel. Und man kann sich schon vorher mal ein bisschen umsehen und die Preise der Waren miteinander vergleichen.

Ist es nicht so, dass der Händler nur jene Waren für den Winterschlussverkauf ausschreiben darf, die er im Geschäft hat?

Ja, das stimmt schon. Aber es gibt immer wieder schwarze Schafe, die Billigware einsetzen, die ausschließlich für den Winterschlussverkauf produziert worden ist oder aus dem tiefsten Keller hervorgegraben wird. Doch richtige Schnäppchenjäger fallen auf so etwas nicht herein.

Und wie steht es mit dem Etikett? Muss der Händler den alten Preis, bzw. den Referenzpreis zum Rabatt angeben oder nicht?

Auf jeden Fall, der Händler ist dazu verpflichtet. Es genügt nicht, zum Beispiel einfach „minus 50 Prozent“ anzugeben. Laut Gesetz muss der betreffende Artikel vor dem Schlussverkauf während einer Dauer von 30 Tagen im Geschäft abgebildet worden sein. Bekleidungs-, Lederwaren- und Schuhgeschäfte dürfen im Monat vor dem Winterschlussverkauf keine reduzierte Ware anbieten. Da gibt’s eine Wartezeit vom 6. Dezember bis zum 2. Januar. Manche Händler bieten allerdings sogenannte Kopplungsgeschäfte an, das heißt beispielsweise beim Kauf von zwei Hosen gibt’s einen Rabatt von 20 Prozent. Das ist wiederum völlig legal.

Wenn ich nun zu Hause feststelle, dass mein Tablet nicht richtig funktioniert, kann ich die Ware dann wieder umtauschen?

Zunächst muss unterschieden werden zwischen einem Umtausch, weil die Ware nicht gefällt oder nicht passt und einer Reklamation, weil irgendein Defekt am Produkt oder ein Fehler bei der Ware aufgetreten ist. Generell ist es so, dass Ware im Winterschlussverkauf vom Umtausch ausgeschlossen ist und normalerweise auch nicht aus Kulanz zurückgenommen oder umgetauscht wird. Wenn aber ein zusätzliches Problem auftaucht, beispielsweise wenn das Tablet Macken hat, dann hat der Kunde selbstverständlich ein Recht darauf, dass der Händler das in Ordnung bringt. Zuerst muss der Händler versuchen, die Ware zu reparieren oder er bietet ein Ersatzgerät an. Klappt beides nicht, kann der Kunde einen Preisnachlass aushandeln oder die Ware gegen Geld zurückgeben.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien