Verbrauchertipp: Winterzeit ist Schimmelzeit

Ein Thema in der Mietrechtsberatung sorgt regelmäßig für Wirbel: Schimmel in der Mietwohnung. Hier kommt es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter.

Schimmel_Foto Infrogmation

Schimmel in der Wohnung (Bild: Infrogmation)

Was klar ist: Schimmel ist schädlich für die Gesundheit. Unklar ist allerdings, wer für den Schimmelbefall verantwortlich ist.

Immer in der kühleren Jahreszeit wird Schimmel zum Thema. Warum ist das so?

Schimmel entsteht dort, wo sich zu viel Feuchtigkeit ansammelt und nicht mehr trocknen kann. Und wo die Schimmelpilzsporen geeigneten Nährboden finden. Üblicherweise sind solche Bedingungen im Winter am ehesten gegeben. Die Luftfeuchte steigt oft für einige Stunden schnell auf Werte von über 70 % relative Feuchte, meist nachts, wenn die Fenster verschlossen sind und die Heizung heruntergeregelt wird. Das kann natürlich auch mal im Sommer passieren, aber wir stellen fest, dass die meisten Klagen im Winter bei der VSZ eintrudeln.

Eine Frage, die sicher vielen Mietern am Herzen liegt, ist: Muss der Vermieter rechtzeitig informiert werden, wenn ich Schimmel in meiner Wohnung entdecke?

Ein ganz klares „Ja“. Natürlich muss ich als Mieter den Eigentümer sofort über den Schimmelbefall informieren. Wenn ich das nicht mache, kann ich nämlich für den Schaden verantwortlich gemacht werden. 

Und was mache ich, wenn der Vermieter nicht reagiert?

Wenn der Vermieter nicht reagiert, nachdem ich ihn angerufen oder per Mail kontaktiert habe, dokumentiere ich die Sache schriftlich, am besten noch ein paar Fotos anfügen und dann schicke ich das Ganze per Einschreiben an den Vermieter. Wenn das noch immer keine Wirkung zeigt, muss ich den Friedensrichter kontaktieren.

Eine andere Frage: Immer wieder heißt es von Seiten der Vermieter, dass der Mieter richtig lüften soll. Stimmt das?

Ja, das stimmt: Richtiges Lüften ist natürlich sehr wichtig, auch und gerade in dieser Jahreszeit. Das heißt: Komplette Luft raus und frische Luft rein. So zwischen 5 und 10 Minuten sind dafür ausreichend. Das hängt aber auch von den Außentemperaturen ab: Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollte gelüftet werden, dafür aber öfters.

Dann komme ich ja nicht umhin, die Wohnung auch ausreichend zu heizen, oder?

Klar, eine Wohnung muss auch gut und richtig geheizt werden. Das gehört ebenfalls zu den Pflichten des Mieters. Im Wohnbereich reichen 20°C. Für das Schlafzimmer sind nachts zwischen 14 bis 16°C optimal. Ein so genanntes Hygrometer leistet wirklich gute Dienste und ist gar nicht mal so teuer. Das misst vor allem die Raumfeuchte: Das ideale Raumklima liegt zwischen 40 und 60 % relativer Feuchtigkeit bei circa 20° Celsius. Die Dinger gibt’s schon ab 15 Euro im Handel.

Angenommen, ich habe den Vermieter kontaktiert und alles Mögliche unternommen, damit er reagiert, aber es tut sich nichts. Kann ich dann die Miete ohne Weiteres kürzen?

Auf keinen Fall. Mietkürzungen sind nur möglich, wenn Mieter und Vermieter sich gemeinsam auf einen Betrag geeinigt haben oder wenn der Friedensrichter ein entsprechendes Urteil gefällt hat. Sonst bleibt’s bei der Miete, wie sie im Mietvertrag festgeschrieben ist.

Wer kommt denn letztendlich für den Schaden auf?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn zuerst muss festgestellt werden, woher der Schimmel eigentlich kommt. Bei einem Wasserrohrbruch ist die Antwort relativ einfach. Doch wenn ich Schimmel an einer Schlafzimmerwand entdecke, der sich über Monate hinweg entwickelt hat, dann ist das etwas Anderes. Dann stellt sich die Frage: Hat der Mieter ausreichend geheizt und gelüftet? Sind die Außenwände ausreichend mit Dämmstoffen ausgestattet? Das ist nicht immer so einfach zu beantworten. Wenn es kleine Schimmelpilzflecken sind, kann man die auch zur Not selbst mit hochprozentigem Alkohol entfernen. Sind es aber größere Schimmelpilzschäden, dann sollte ein Fachunternehmen die Sache in die Hand nehmen.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien