Verbrauchertipp: Covid-19 und der Sozialtarif

Die Corona-Pandemie hat für viele Menschen das Leben verändert. Und nicht immer zum Besten. So nimmt zum Beispiel die Zahl jener Menschen zu, die ihre Energierechnungen nicht mehr begleichen können. Deshalb hat die Wallonische Regierung die Frist für den Antrag auf Beihilfe bis zum 31. Dezember verlängert. Bernd Lorch von der VSZ hat die Infos.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Worum geht es da eigentlich?

Stell dir vor, du hast deinen Job verloren wegen der Corona-Pandemie und kannst plötzlich deine Stromrechnung nicht mehr bezahlen. Dann könntest du in den Genuss einer speziellen Form des Sozialtarifs kommen. Das heißt, du zählst dann als „konjunkturbedingt geschützter Kunde“. Allerdings gibt es einige Bedingungen zu erfüllen.

Welche Bedingungen sind das?

Man muss in Folge der Corona-Pandemie für mindestens 14 Tage arbeitslos geworden sein, wodurch man bei seinem Energielieferanten die Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Oder wenn man zum Beispiel Arbeitslosengeld bezieht oder selbstständig und Nutznießer des „Überbrückungsrechts Covid-19“ ist.

Es gibt allerdings auch eine weitere Kategorie von Menschen, die in den Genuss des Sozialtarifs kommen können: Dafür muss das ÖSHZ eine Bescheinigung ausstellen, dass man Schwierigkeiten hat, seine Energierechnungen zu zahlen. Dieser Antrag kann von jedem gestellt werden, ob arbeitslos oder nicht.

Auch wer die erhöhte Kostenerstattung von seiner Krankenkasse erhält – was früher einmal VIPO war – kann einen Antrag auf Sozialtarif beim ÖSHZ stellen.

Was bedeutet das genau, wenn man diese Form des Sozialtarifs beantragt hat?

Wenn dieser Sozialtarif einmal erteilt worden ist, dann wird man während maximal eines Jahres von seinem Netzbetreiber beliefert. Das ist bei uns ORES. Der Sozialtarif ist der niedrigste Tarif für Strom und Gas auf dem Energiemarkt.

Gibt es sonst noch Vorteile, wenn man diesen Tarif beantragt hat?

Ja, die gibt es. So darf ORES zum Beispiel keinen Budgetzähler installieren und es kann ein Zahlungsplan beantragt werden, um die Schulden zu bezahlen. Aber Vorsicht: Nach Anerkennung des Sozialtarifs dürfen keine weiteren Schulden beim Verteilernetzbetreiber gemacht werden.

Warum wurde die Antragsfrist verlängert?

Weil niemand mit einer so heftigen zweiten Pandemie-Welle gerechnet hat und wieder viele Menschen ihren Job verloren haben und die soziale Krise sich dadurch verschlimmert hat.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien