Verbrauchertipp: Betrügerische SMS und E-Mails

Die Verbraucherschutzzentrale registriert in letzter Zeit vermehrt Kunden, die betrügerische SMS oder E-Mails erhalten haben. Eine SMS von der Bank, von einem Telefonanbieter oder wie am vergangenen Wochenende von bpost, wovon auch zahlreiche Verbraucher in Ostbelgien betroffen waren. Die Tricks der Betrüger sind oft erstaunlich gut gemacht.

Illustration: Pikist

Illustration: Pikist

Warum gibt es immer wieder Menschen, die auf solche Betrugsmaschen reinfallen?

Die Betrüger gehen immer professioneller ans Werk und selbst wir als Experten müssen uns manchmal zweimal die Frage stellen: Ist diese Website jetzt echt oder handelt es sich um Betrug?

Betrug über E-Mail

Eine Verbraucherin hat uns vor Kurzem auf eine betrügerische E-Mail aufmerksam gemacht. Die E-Mail kam scheinbar vom Telefonanbieter Proximus und war grafisch wirklich gut dargestellt: Mit Bildern und Logos von Proximus und exakt den Schriftzügen, die Proximus verwendet. Auf den ersten Blick hätte man meinen können, sie stammt wirklich von Proximus. Beim näheren Hinsehen offenbarte der Text einen Hinweis zum Betrug, nämlich dass die Zahlung verweigert worden war und das Opfer aufgefordert wurde, die Koordinaten für die Zahlung neu einzugeben. Und auf dieser neuen Website, die auch sehr gut präsentiert wurde, sollte der Verbraucher dann seinen Namen und seine Bankdaten eingeben. Erst hier konnten wir feststellen, dass es sich um Betrug handelte. Ahnungslose Menschen können da schnell in die Falle tappen. Hier ist es wichtig zu wissen, dass Banken, Ministerien, Telefonanbieter oder sonstige Behörden keine Bankdaten ohne Weiteres auf einer Internetseite abfragen.

Am Wochenende haben zahlreiche Verbraucher eine SMS von bpost bekommen, worin der Verbraucher aufgefordert wurde, auf einen Link zu klicken. Was ist in einem solchen Fall zu tun?

Das ist die gängige Methode. Der Verbraucher soll auf einen Link klicken, damit er angeblich weitere Informationen erhält. Dahinter kann sich dann zum Beispiel ein Schadstoffprogramm verbergen, das im Hintergrund hohe Telefonkosten verursacht. Eine andere Methode ist, dass der Text der Nachricht den Empfänger auffordert, wegen eines angeblichen Notfalls zurückzurufen und hier ebenfalls hohe Telefongebühren fällig werden, wenn das Opfer dann in einer Warteschleife hängt. Noch eine andere Methode ist, dass die Textnachricht das Opfer auffordert, die Bankdaten neu einzugeben, damit die Betrüger ans Konto kommen, wie im Falle der Textnachricht von bpost. 

Abzock-SMS  von anderen Anbietern und Unternehmen

Eine Bank oder ein Ministerium würde den Verbraucher niemals via SMS kontaktieren. Wenn man eine SMS mit einem unbekannten Absender erhält, dann sollte man auf jeden Fall misstrauisch sein. Man sollte sich auch nicht von dringenden kleinen Texten verleiten lassen, einen Rückruf zu tätigen oder Links anzuklicken. Vor allen Dingen, wenn ein Link in der SMS auftaucht, dann müssten auch alle Warnglocken läuten, man sollte ihn auf keinen Fall anklicken. Was man durchaus tun kann, ist, die gefälschte SMS an Safeonweb zu schicken: verdacht@safeonweb.be.

Wie kommen die Betrüger an die Telefonnummern?

Eine Methode der Betrüger ist, die SMS nicht nur an eine Person, sondern an tausende zu senden. Die haben die Telefonnummern anhand einer Software quasi zusammengestellt oder erfunden. In der Fachsprache nennt man das auch automatische Nummerngenerierung. Da kann dann auch die Nummer vom Verbraucher xy drunter sein. Die Betrüger zapfen aber auch oft mit Spezialanwendungen Informationen von Webseiten an, um mit dieser Methode gültige Nummern zu bekommen. Ein Grund mehr, mit solchen Informationen im Internet sehr vorsichtig umzugehen.

Was ist zu tun, wenn man dennoch auf einen Link geklickt oder zurückgerufen hat?

Wenn es sich um einem Link handelt, wo dann auch die Bankdaten eingegeben wurden, dürfte das Geld wohl futsch sein. Man sollte dann sofort die Bank kontaktieren und die Kreditkarte sperren lassen. Außerdem kann man trotzdem Anzeige bei der Polizei erstatten.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien