Verbrauchertipp: Mietwohnung wegen Hochwasser beschädigt

Nach der tragischen Hochwasserkatastrophe in Eupen und anderswo haben viele Menschen ihre Wohnung verloren. Darunter befinden sich auch eine Reihe von Mietwohnungen, die ganz oder nur teilweise zerstört worden sind. Nach dem ersten Schock stellt sich für manche die Frage: Welche Rechte hat man als Mieter?

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Die Hochwasserkatastrophe vom 14. Juli hat das Leben vor allem hier im Norden der DG und auch darüber hinaus für viele auf den Kopf gestellt. Wenn man in einer Mietwohnung lebt, die vom Hochwasser komplett zerstört worden ist, was kann man tun?

Die Situation ist ziemlich klar, was das Mietrecht betrifft. Wenn die Wohnung zerstört ist, dann ist der Mietvertrag automatisch aufgelöst. Das besagt auch Artikel 35 des Mietgesetzes vom 28. März 2018: „Der Mietvertrag wird durch den Verlust des Mietobjekts aufgelöst“.

Hier sollte der Mieter daran denken, auch seine Verträge mit Energieanbietern zu kündigen oder auch mit der Wassergesellschaft, weil er sowieso eine neue Wohnung braucht. Das wird oftmals vergessen und die Rechnungen laufen dann weiter. Wichtig ist auch zu betonten: Wenn der Mietvertrag mit sofortiger Wirkung aufgelöst wird, dann wird auch keine Miete gezahlt.

Wie steht es mit den Mietwohnungen, wo nur das Schlafzimmer und das Wohnzimmer zerstört sind, aber weiterhin Strom und Trinkwasser haben?

Hier gibt es 2 Möglichkeiten. Die erste ist, dass der Mieter die Möglichkeit hat den Mietvertrag aufzulösen. Die andere Möglichkeit ist, mit dem Vermieter eine Mietminderung auszuhandeln und das am besten schriftlich. Es kann ja sein, dass ich mich dafür entscheide in der Wohnung zu bleiben.

Sollten die Verhandlungen mit dem Vermieter zu keinem Erfolg führen, dann muss oder sollte der Friedensrichter eine Entscheidung treffen.

Gesetzt den Fall, die Mietwohnung ist zwar leicht in Mitleidenschaft gezogen worden, es gibt aber aber keinen Strom und kein Wasser, was nun?

Hier kann man als Mieter wiederum den Mietvertrag mit sofortiger Wirkung auflösen oder man „hebt ihn auf“.

Das bedeutet zum Beispiel, dass wenn der Vermieter sagt dass es in zwei bis drei Wochen wieder Strom und Wasser gibt und man dann wieder einziehen kann. In dem Fall spricht man von einer Aufhebung und in dieser Zeitspanne wird dann keine Mieter gezahlt.

Kommt es hier auch zu keiner Einigung, dann entscheidet der Friedensrichter.

Weitere Tipps

Bei einer Hochwasserkatastrophe von diesem Ausmaß, spielen die Versicherungen eine ganz wichtige Rolle. Und als Mieter muss man auch eine „Feuerversicherung“ abschließen, die letztendlich auch gegen Wasserschäden versichert.

Da kann man den Versicherungsexperten fragen, ob er schriftlich bescheinigen kann, dass die Wohnung unbewohnbar ist, wenn die Umstände es erfordern. Wichtig ist auch zu betonen, dass der Mieter in solchen Fällen schon einen hohen Rechtschutz genießt. Denn der Vermieter steht in der Pflicht, dem Mieter eine volle Nutzung der Mietwohnung zu gewährleisten. So jedenfalls steht es im Gesetz.

Die Antworten dazu hatte Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale. Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter www.vsz.be

 

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien