Verbrauchertipp: Schnelles Geld oder große Pleite

Geld vermehrt sich meistens nicht von allein. Doch besonders in den sozialen Medien häufen sich Angebote, die genau das behaupten: Schnelles Geld ohne zu arbeiten. Das soll mit kleinen Investitionen auf Facebook oder Instagram möglich sein. Die Verbraucherschutzzentrale warnt vor solchen Angeboten, denn in der Regel ist man sein Geld los.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Um welche Abzocke geht es da eigentlich?

In der Regel suchen diese Betrüger ganz gezielt in den Sozialen Medien wie auf Facebook oder Instagram nach Opfern, um beispielsweise eine Trading-App anzubieten, die dann die kompletten Geldgeschäfte des Opfers übernehmen soll.
Sie versprechen, dass aus einer kleinen Investition wie zum Beispiel 250 Euro innerhalb von nur wenigen Monaten leicht eine Viertelmillion Euro würde.
Wer sich auf eine solche Masche einlässt, muss mit einem Totalverlust seines Geldes rechnen.

Wie läuft die Masche denn genau ab? Mit welchen Mitteln wird da geworben?

Zwischen den Post von Freunden oder Bekannten kommt plötzlich eine Nachricht oder ein Kommentar von jemanden, der in Kürze zu schnellem Geld gekommen ist und nun ein sorgenfreies Leben führt. In den Beschreibungen erklären die Betrüger (anders kann ich sie nämlich nicht bezeichnen) wie sie ihr Geld verdient haben: online nämlich, und fast ohne etwas zu tun.

Sie betonen zwar, dass auch sie am Anfang etwas gezweifelt haben, dass dann aber alles wirklich ganz einfach sei und gut funktioniere. Wer noch nicht überzeugt ist, solle es doch einfach mal ausprobieren, denn 250 Euro ist ja nun nicht viel Geld.

Ist es nicht so, dass gerade die sozialen Medien, den ersten Kontakt mit möglichen Opfern immens erleichtern?

Auf jeden Fall.
Denn bei den sozialen Medien kann man mehr als nur nach Alter das Zielpublikum aussuchen, sondern auch die verschiedenen Interessen, das eigene Online-Verhalten und sogar das Verhalten der sogenannten „Freunde“ kann genutzt werden, um genau die gewünschte Zielgruppe anzusprechen, die man möchte. Und wer einmal auf die Werbung geklickt hat, bekommt sie immer wieder angezeigt.

Ich möchte aber auch noch hinzufügen, dass hier sämtliche Register gezogen werden: Denn die Beiträge werden oft von einer Vielzahl anderer Personen kommentiert. Und diese Kommentare vermitteln den Eindruck, dass andere mit der Methode Erfolg hatten. In Wirklichkeit, handelt es sich aber um Fake-Profile. Also um geklaute Bilder mit falschen Informationen.

Was passiert, wenn man sich auf so eine Werbung  einlässt?

Wenn der Erstkontakt einmal geglückt ist, dann kommunizieren die Betrüger in der Regel weiter mit ihren Opfern vor allem über verschiedene Messenger-Dienste wie zum Beispiel WhatsApp.
Das ist besonders raffiniert, denn in privaten Gruppen kann alles gepostet werden ohne dass es werberechtlich geprüft werden kann. In den Chats oder Unterhaltungen wird dann weiter mit Gruppenmitgliedern geworben, ach wie toll das doch alles ist… Bilder von anderen sollen den Erfolg der Methode beweisen.

Aber im Grunde genommen üben die Betrüger Druck auf das Opfer aus. Denn je mehr Leute die Methode gutheißen, desto wahrscheinlicher erscheint sie. Und sollte es tatsächlich möglich sein, so leicht an Geld zu kommen, möchte das natürlich niemand verpassen. Im Grunde genommen zielen alle Nachrichten nur auf eines ab: nämlich eine erste Investition zu tätigen. Da kann es sein, dass man auch angerufen wird, um noch mehr Geld zu investieren.

Wie kann man sich vor solchen Betrügereien schützen?

Wenn jemand sie überreden will, Geld sei sehr einfach zu verdienen, ohne dafür viel zu tun… sollte man auf jeden Fall hellhörig sein.
Nämlich seriöse Anlageberater klären über die Risiken auf, die einen erwarten.
Am besten sofort den Post löschen und gar nicht drauf eingehen.

Angenommen, man hat jetzt Geld investiert, 250 Euro. Was macht man dann?

  • Wenn erst wenige Stunden vergangen sind, sofort die Bank kontaktieren und versuchen, die Überweisung zu widerrufen.
  • In der Regel hat man aber über Kreditkarte oder Paypal gezahlt, dann versuchen, die Zahlung sofort wegen Betrugs zurückzuholen.
  • In den meisten Fällen, dürfte das Geld aber futsch sein.
  • Am besten Screenshots von den Unterhaltungen machen und als Beweise sichern.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten und man kann auch den Betrug bei der Meldestelle der FÖD Wirtschaft melden unter meldpunt.belgie.be

Weitere Informationen finden Sie unter vsz.be.

Quelle: Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien