Verbrauchertipp: Neue Energielabel für Lichtquellen

Am 1. September treten in Belgien und in der EU die neuen Energieeffizienzklassen für Lichtquellen in Kraft. Das bedeutet: In Zukunft gibt es keine Plusklassen mehr, sondern nur die Buchstabenreihe vom grünen A bis zum dunkelroten G. Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale hat die Infos.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Sind die Plusklassen wie A tripel Plus oder doppel Plus veraltet?

Die Plusklassen sind bereits seit Jahren in Gebrauch und die Entwicklung der Geräte, ob jetzt Lampen, Kühlschrank, Waschmaschine oder Fernseher, hat in den letzten Jahren große Erfolge in Sachen Verbrauch und Effizienz erzielt, sodass die älteren Energielabels zunehmend an Aussagekraft verloren haben.

Gibt es deshalb die neuen Energielabels mit einer strengeren Klasseneinteilung?

Die Plusklassen fallen weg und werden durch die Buchstabenreihe A bis G ersetzt und in der entsprechenden Farbskala von grün für besonders sparsam,  bis dunkelrot als vergleichsweise wenig energieeffizient, ersetzt. Es kann passieren, dass eine Lampe oder Birne, die vorher mit A tripel Plus ausgezeichnet worden war, heute nur noch ein D hat.

Gelten die neuen Regeln für alle Lampen?

Die neue Verordnung macht keinen Unterschied mehr zwischen Lampen und Leuchten, stattdessen wird von Lichtquellen und von „umgebenden Produkten“ gesprochen. Eine Lichtquelle ist nichts anderes als die uns bekannte Glühbirne und das umgebende Produkt ist nichts anderes als die Lampe, wo eine Birne, beziehungsweise die Lichtquelle hineingedreht wird. Es gibt natürlich Ausnahmen, wie zum Beispiel Notbeleuchtung, elektronische Displays, aber auch Akkuleuchten wie die Taschenlampe.

Gibt es für die Händler eine Übergangsfrist zur Umstellung auf die neuen Energielabels?

Ja, gibt es. Der Händler vor Ort hat eine Übergangsfrist von 18 Monaten, wenn er die Produkte in seinem Laden an den Kunden verkauft. Online-Händler hingegen haben nur eine Übergangsfrist von 14 Arbeitstagen. Das ist relativ kurz.

Profitiert der Verbraucher von dieser Umstellung auf die neuen Energielabels?

Vielleicht ist die Umstellung zu Beginn verwirrend für den Verbraucher, doch das wird sich schnell einspielen. Die Angaben sind klarer, somit kann der Verbraucher zwischen den einzelnen Produkten besser auswählen.
Der zweite Grund ist: Die EU-Kommission will den Druck auf die Hersteller wieder erhöhen, noch energiesparendere und effizientere Geräte wie Waschmaschinen, Lichtquellen und andere elektronische Geräte zu entwickeln. Das erste Energielabel wurde quasi Opfer seines Erfolges.
Wichtig für den Verbraucher: Die alten Energielabels sind nicht mit den neuen vergleichbar.

Ist das neue Energielabel besser als das erste, da es Hersteller dazu auffordert, ihre Produkte noch energiesparender und effizienter herzustellen?

In dieser Hinsicht ist es ein Erfolg, dass die Geräte energiesparender und effizienter werden und deshalb noch mehr gefördert werden.

Die Verbraucherschutzzentrale findet es jedoch bedauerlich, dass der Ressourcenverbrauch sowie die Langlebigkeit von Produkten nicht in diesen Katalog aufgenommen worden sind. Das wurde schon im März dieses Jahres gefordert und angemahnt. Ebenfalls bedauerlich ist, dass die Möglichkeit, ein Gerät zu reparieren, in dieser Nomenklatur außer Acht gelassen worden ist. Die Reparatur spielt für die Umweltverträglichkeit eine große Rolle.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien