Verbrauchertipp: Pflanzengifte in Kräutertees

Kräutertees gelten als gesund, schmackhaft und wohltuend. Die Verbraucherorganisation Öko-Test hat im August 50 Kräutertees unter die Lupe genommen. Die gute Botschaft: Mehr als die Hälfte haben im Test gut abgeschnitten.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Die eine Hälfte der Kräutertees hat gut abgeschnitten und die andere nicht. Woran liegt es?

Die Verbraucherorganisation Öko-Test hat vor allem in manchen Kräutertees, darunter auch Bio-Mischungen, Pestizidrückstände und verbotene Spritzmittel entdeckt. Das kann den Teegenuss schon vermiesen.  Vor allem, da auch Kleinkinder, Schwangere und auch stillende Mütter Kräutertees in größeren Mengen konsumieren.

Um welche Gifte handelt es sich?

Die Labors von Ökotest haben vor allem das Insektizid CHLORPYRIFOS in den verschiedenen Teemischungen gefunden. Der Höchstgehalt liegt bei 0,01 Milligramm pro Kilogramm. Dieses Insektizid ist seit April 2020 in der EU verboten, denn es steht im Verdacht, das Erbgut zu verändern und die neurologische Entwicklung negativ zu beeinflussen.

Wie kommt das Gift in die Kräutertee-Mischung?

Die Experten sind sich nicht einig. Manche sagen, dass auch wenn der Stoff jetzt verboten ist, er schon seit Jahrzehnten im Einsatz sei. Andere halten dagegen, dass CHLORPYRIFOS sich in der Umwelt nicht lange hält und deshalb davon auszugehen ist, dass dieses Mittel weiterhin eingesetzt wird. Wiederum andere vermuten, dass die Pestizid-Funde aber auch aus gelagerter Rohware stammt, die vor dem EU-Verbot geerntet wurde.

Das „woher“ und „warum“ spielt aber für Ökotest jetzt keine Rolle, denn Produkte, wo der Höchstgehalt überschritten worden ist, schneiden im Test mit „ungenügend“ ab. Da alle festgestellten Insektizid-Gehalte nur knapp über dem Höchstgehalt liegen, durften die betroffenen Produkte verkauft werden.

Woher stammen die Rohwaren?

Ökotest kommt zu dem Ergebnis, dass die Rohwaren aus der ganzen Welt stammen. Ein Drittel wird auf Feldern angebaut, wie beispielsweise Pfefferminze, Melisse oder Zitronengras…
Andere wiederum stammen aus Wildsammlungen, wie Lindenblüten oder Hagebutten. So genau lässt sich das nicht präzisieren.

Gibt es Teemischungen, die ein Siegel tragen?

Einige tragen das Siegel Naturland. Dann gibt es das Siegel UTZ sowie Rainforest Alliance oder auch das Siegel Fair for Life. Diese genannten Siegel leisten in den Erzeugerländern tatsächlich einen Beitrag für bessere Arbeitsbedingungen, aber auch für fairere Preise…… und manche stehen auch zum Teil für ökologisch nachhaltige Kriterien beim Anbau.

Die Antworten dazu hatte Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale. Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter www.vsz.be

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien