Verbrauchertipp: Black Friday – Worauf man achten sollte

An diesem Freitag kommen die Schnäppchen-Jäger auf ihre Kosten, denn es ist Black Friday. Mit viel Werbung bieten besonders Online-Händler vermeintliche Schnäppchen an. Doch nicht immer sind die angeblich niedrigen Preise wirklich attraktiv. Wer bei diesen Aktionen profitieren will, sollte sich vorher gut informieren.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Was genau ist der Black Friday?

Der Black Friday ist eine Tradition, die aus den USA stammt. Dort locken die Kaufhäuser am Tag nach Thanksgiving mit günstigen Rabatten und Sonderangeboten. In den USA ist der Black Friday ein richtiges Shopping-Erlebnis. Tausende Menschen warten bereits in den frühen Morgenstunden vor den Geschäften. Ungefähr so, als würde der Winterschlussverkauf bei uns nur an einem einzigen Tag stattfinden.

Und diese Tradition des Black Fridays macht sich nun seit einigen Jahren auch hier bei uns breit?

Richtig. In Belgien wird der Black Friday vor allem im Online-Geschäft in die Praxis umgesetzt, mit Schwerpunkt auf Elektronik-Artikel.

Worauf muss geachtet werden?

Die verschiedenen Angebote solltne miteinander verglichen werden.  Ein Trick, der immer wieder vorkommt ist der mit der UVP, der „unverbindlichen Preisempfehlung“, wo der Sonderpreis unschlagbar ist. Dort können angebliche Rabatte von 50 Prozent in Wirklichkeit schnell auf zehn oder nur 20 Prozent schrumpfen. Wer ein teures Produkt kauft, wie ein iPadPro, und auf Angebote wartet, der sollte im Vorfeld die Preise vergleichen. Denn nur im Verhältnis zum üblichen Marktpreis kann das angebliche Schnäppchen richtig eingeordnet werden. Wichtig ist aber auch, dass man sich nicht unter Druck setzen lässt. Viele Händler versuchen, mit kurzen Angebotsfristen oder ablaufenden Uhren Druck auf die Kunden auszuüben.

Auf Fake-Shops und falsche Angebote achten

Betrug im Netz kommt immer wieder vor und auch beim sogenannten Black Friday ist Betrug nicht ausgeschlossen. Fake-Shops werben häufig mit ungewöhnlich hohen Rabatten. Kriminelle Händler kassieren oft per Vorkasse, liefern die gekaufte Ware jedoch nicht. Am sichersten ist es, per Rechnung, Lastschrift oder anhand eines PayPal-Kontos zu bezahlen. Diese Fake-Shops kann man aber auch erkennen, indem man einen Blick ins Impressum wirft oder in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Denn wenn die Internetseite, also der Händler kein Impressum und keine AGB hat, sollte man die Finger davon lassen.

Sonstige Tipps

Ein Einkaufszettel ist sinnvoll. In der Regel wird dadurch nur das gekauft, was man auch tatsächlich möchte und man behält den Überblick. Wirtschaftsminister Dermagne hat kürzlich dazu aufgerufen, aus der Aktion einen „Belgium Friday“ zu machen und Waren bei lokalen belgischen Händlern zu bestellen. Vielleicht sollte jeder überlegen, ob auch lokale Händler ihre Produkte online anbieten. Denn bei Waren aus Übersee, wie den USA, Kanada oder China, sollte man bereits die versteckten Kosten, wie Transport- und Zollkosten im Blick haben. Vor allem sollte auch nur per Lastschrift oder Rechnung bezahlt werden. Wer etwas im Internet bestellt hat, sollte wissen, dass er ein Rückgaberecht von 14 Tagen hat. Falls das Schnäppchen doch nicht passt, beschädigt ist oder sich nur als Lockangebot entpuppt hat, dann greift das Rückgaberecht.

Infos: Bernd Lorch, VSZ