Verbrauchertipp: Mental gesund bleiben in der Corona-Zeit

Die vierte Corona-Welle hat uns Fest im Griff. Zusätzlich zur dunklen Jahreszeit werden die Menschen erneut mit Beschränkungen und Ängsten konfrontiert. Viele Menschen haben nun mit starken Emotionen zu kämpfen. Manch einer fällt auch in ein tiefes emotionales Loch. Die Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien hat in Zusammenarbeit mit dem Patienten Rat&Treff einige einfache Tipps zusammengetragen um aus der Negativspirale herauszubrechen.

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale

Bernd Lorch von der Verbraucherschutzzentrale (Foto: BRF)

Der erste Tipp

Einfach gesagt: Sport machen. Auch wenn es draußen gerade kalt und ungemütlich ist, sollte man sich an der frischen Luft körperlich betätigen. Man muss nicht gleich für eine Marathon trainieren. Ein kleiner Spaziergang reicht schon aus. Durch den Sport wird das Immunsystem gestärkt und es wirkt sich zusätzlich positiv auf die Psyche aus. Auch im Haus kann man aktiv bleiben. Zum Beispiel kann man beim Telefonieren ein bisschen rum gehen und warum nicht beim Musik hören einfach das Tanzbein schwingen. Hauptsache man bleibt in Bewegung.

Weitere Tipps

Ein weiterer Tipp wäre Achtsamkeit üben. Das bedeutet einfach ausgedrückt, dass man sich ein paar Minuten still hinsetzt und sich nur auf seinen Atem konzentrieren sollte. Wenn die Gedanken abschweifen, ist das auch nicht so schlimm. Auch sollte man sich kleine Rückzugsorte aus dem hektischen Alltag schaffen. In Ruhe Musik hören, sich auf der Couch entspannen, sich einfach etwas Zeit für sich nehmen. Unterstützen kann man dies durch Entspannungsübungen wie Meditieren oder Yoga.

Der Kontakt zu Familie und Freunden ist wichtig

Zurzeit wird immer von „Social Distancing“ gesprochen. Hierbei geht es um körperliche Distanz, die man einhalten sollte. Der Mensch ist aber ein soziales Wesen und braucht den Austausch mit den Mitmenschen.

Die Corona-Pandemie hat viele Ängste und Sorgen verursacht. Diese Gefühle muss man nicht allein stemmen. Die Lösung ist Reden. Freunde oder die Familie können emotionale Unterstützung leisten. Denn ohne soziale Kontakte vereinsamt der Mensch und fühlt sich hilflos. Trotz der derzeitigen Einschränkungen, bietet die moderne Welt viele Hilfsmittel zur Kommunikation, egal ob es nun telefonieren, skypen oder chatten ist.  

Durch Smartphones und Soziale Medien erfahren wir rund um die Uhr von Corona. Ist diese Dauerbelastung gut?

Man wird dauernd mit diesem Thema konfrontiert. Die Folge ist, dass das Abschalten schwierig wird, was zu Stressfaktoren führen kann. Es ist sehr wichtig sich nicht ständig mit diesen Dingen zu beschäftigen. Man sollte sich eine Pause vom Fernseher und vom Smartphone gönnen und nur dosiert die neuesten Corona-Fakten konsumieren. Das Smartphone sollte am besten nur genutzt werden, um mit anderen Menschen zu kommunizieren oder zur Unterhaltung. Ein lustiges Katzenvideo ist besser für das Gemüt als ein tödliches Virus.

Viele Menschen fühlen sich durch den Virus und die Einschränkungen fremdgesteuert. Was könnte man dagegen tun?

Viele Menschen empfinden zurzeit, dass sie der Situation hilflos ausgeliefert sind. Sie haben das Gefühl die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Der Patienten Rat&Treff empfiehlt, dass man dem Alltag Struktur geben sollte. Wichtig ist, morgens zur gewohnten Zeit aufzustehen, zu einem festen Zeitpunkt Mittagspause und auch Feierabend zu machen. Es sollte bei manchen Dingen eine feste Routine entstehen. Denn dadurch erlangt man einen Teil der Kontrolle über das eigene Leben zurück.

Was sollten die Menschen tun, die trotz dieser Tipps nicht aus ihrem Tief herauskommen?

Keiner sollte sich schämen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Man muss nicht alles alleine schaffen und auch keine Angst haben, eine Therapie anzufangen.

Das wichtigste ist und bleibt die eigene geistige Gesundheit.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien