Verbrauchertipp: Winterschlussverkauf

Am 3. Januar beginnt der alljährliche Winterschlussverkauf. Die Auslagen der Geschäfte sind wegen der eher schwächeren Kaufbereitschaft der Kunden noch gut bestückt. Die Geschäfte brauchen Platz für ihre Frühjahrs- und Sommerware. Nicht nur bei Textilien, sondern auch bei Möbeln und Elektrogeräten. Klingt verlockend und trotzdem sollte man vorsichtig sein.

Winterschlussverkauf (Foto: Nicolas Maeterlinck)

Winterschlussverkauf (Foto: Nicolas Maeterlinck)

Was muss ein Schnäppchenjäger beim Einkauf beachten?

Es ist wichtig, sich nicht von den hohen Rabatten täuschen zu lassen. Was am besten hilft, ist und bleibt ein Einkaufszettel. Und man kann sich schon vorher ein bisschen umsehen und die Preise der Waren miteinander vergleichen. Dank Internet gibt es viele Möglichkeiten, die einem zusätzlich dabei helfen können. Außerdem gibt es nicht nur beim Winter- und Sommerschlussverkauf Schnäppchen. Das ganze Jahr über gibt es immer wieder unterschiedliche Preisnachlässe. Deswegen sollte man sich bloß nicht unter Druck setzten lassen und dann nicht in letzter Sekunde noch einen Panikeinkauf machen.

Darf der Händler nur jene Waren für den Winterschlussverkauf ausschreiben, die er im Geschäft hat?

Das sollte so sein, aber es gibt immer wieder schwarze Schafe, die Billigware einsetzen, die ausschließlich für den Winterschlussverkauf produziert worden ist oder aus dem tiefsten Keller hervorgezaubert wird. Doch richtige Schnäppchenjäger fallen auf so etwas nicht herein.

Wie steht es mit dem Etikett? Muss der Händler den alten Preis, bzw. den Referenzpreis zum Rabatt angeben oder nicht?

Der Händler ist dazu verpflichtet. Er muss auch den Referenzpreis angeben. Es genügt also nicht einfach, „minus 50 Prozent“ anzugeben. Laut Gesetz muss der betreffende Artikel vor dem Schlussverkauf während einer Dauer von 30 Tagen im Geschäft abgebildet worden sein. Bekleidungs-, Lederwaren- und Schuhgeschäfte dürfen im Monat vor dem Winterschlussverkauf keine reduzierte Ware anbieten. Da gibt es eine Wartezeit vom 6. Dezember bis zum 2. Januar. Um das Gesetz zu umgehen bieten manche Händler sogenannte Koppelungsgeschäfte an. Zum Beispiel: Beim Kauf von zwei Hosen gibt es einen Rabatt von 20 Prozent. Das ist dann wiederum völlig legal.

Kann man die Ware im Nachhinein umtauschen?

Zunächst muss unterschieden werden zwischen einem Umtausch und einer Reklamation. Wenn die Ware nicht gefällt oder nicht passt oder weil irgendein Defekt am Produkt oder ein Fehler bei der Ware aufgetreten ist. Generell ist es so, dass Waren im Winterschlussverkauf vom Umtausch ausgeschlossen sind und normalerweise auch nicht aus Kulanz zurückgenommen oder umgetauscht werden. Wenn aber ein Problem auftaucht, beispielsweise wenn das Tablet Macken hat, dann hat der Kunde selbstverständlich ein Recht darauf, dass der Händler das in Ordnung bringt, auch wenn es sich um ein Schnäppchen handelt. Zuerst muss der Händler versuchen, die Ware zu reparieren oder er bietet ein Ersatzgerät an. Klappt beides nicht, dann kann der Kunde einen Preisnachlass aushandeln oder die Ware gegen Geld zurückgeben.

Infos: Bernd Lorch, VSZ Ostbelgien