Verbrauchertipp: Es dreht sich alles um die Knolle, die Kartoffel

Kartoffeln mögen es gerne dunkel und trocken. Perfekt gelagert werden Kartoffeln zwischen 4 und 12 Grad. Was alles bei falscher Lagerung passieren kann.

Kartoffeln

Sie zählt nämlich zu unseren wichtigsten Grundnahrungsmitteln und bald ist auch Erntezeit, da ist die Vielfalt an Kartoffeln besonders groß. Doch wenn es um die Lagerung der Kartoffel geht, sollte Mann oder Frau einige Regeln beachten, denn durch falsche Aufbewahrung und Zubereitung können sich in den Knollen Giftstoffe bilden.

Falsche Lagerung

In den meisten Fällen werden dann die Kartoffeln grün. Das passiert dann, wenn die Kartoffeln entweder zuviel Licht bekommen, zu warm oder aber auch zu kalt gelagert werden. Dann bildet sich giftiges Solanin. Das ist ein natürlicher Stoff, der sich vor allem in der Schale, in den Keimen und in den Kartoffelaugen bildet.

Wie gefährlich ist dieses Solanin?

Experten sagen, dass erste Vergiftungserscheinungen bei einer Dosis von 200 Milligramm auftreten können. Da muss ich aber schon knapp 3 Kilogramm Kartoffeln verzehren und das auch noch ungeschält und roh. Das macht ja eh keiner. Darüber hinaus weisen die neuen Kartoffelzüchtungen einen weit geringeren Solanin-Wert auf, als ältere Kartoffelsorten. Sollte es zu Vergiftungserscheinungen kommen, dann sind das in der Regel Übelkeit und Erbrechen, aber auch Benommenheit und Atemnot können auftreten. Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering. Trotzdem sollte man grüne Kartoffeln aus der Kiste aussortieren und grüne Stellen bei der Zubereitung großzügig entfernen.

Wer die Kartoffeln schält, kann den Solaningehalt um 80 Prozent reduzieren und beim Kochen nochmals um 10 Prozent. Das Kochwasser dann aber am besten wegschütten und nicht für die weitere Zubereitung von Speisen verwenden.

Wie lagere ich Kartoffeln optimal?

Kartoffeln mögen es gerne dunkel und trocken. Perfekt gelagert werden Kartoffeln zwischen 4 und 12 Grad. Bei höheren Temperaturen keimen die unterirdischen Sprösslinge schneller aus. Wenn die Kartoffeln unter vier Grad gelagert werden, was ja manchmal im Winter passieren kann, wandelt die Stärke der Kartoffel sich in Zucker um, und dann schmecken sie süß. Das ist auch ein Grund, weshalb man Kartoffeln nicht unbedingt im Kühlschrank lagern sollte.

Wichtig ist auch, dass die braunen Knollen genügend Luft bekommen. Deshalb sollten Kartoffeln im Plastikbeutel zu Hause von der Hülle befreit werden. Am besten eine Holzkiste nehme, die unten mit Papier ausgelegt ist und oben die Kartoffeln dann mit einem Tuch abdecken, um die Kartoffeln vor Licht zu schützen. Ganz wichtig ist auch, dass sich in der Nähe keine Äpfel oder Birnen befinden, denn diese Obstsorten können dazu führen, dass die Kartoffeln dann schneller keimen. Denn dieses Obst verströmt nämlich das Reifegas Ethylen und die Folge ist, dass die Kartoffeln an Aroma verlieren und schneller „schrumpeln“.

Wie steht es mit behandelten Kartoffeln?

Damit sie das ganze Jahr über angeboten werden können, dürfen die Kartoffeln nach der Ernte mit einem Keim- oder Schimmelhemmungsmittel behandelt werden. Diese Substanz verhindert, dass die Kartoffel auskeimt. In den meisten Fällen handelt es sich um den Wirkstoff Chlorpropham. Hierbei handelt es sich um ein Unkrautvernichtungsmittel, dass auf jeden Fall gesundheitsschädlich ist. In der Regel baut sich dieser Stoff mit der Zeit ab. Deshalb müssen die Erzeuger einige Wochen warten, bis sie ihre Ernte in den Handel bringen.

Woran erkennt man, dass Kartoffeln behandelt worden sind?

Sind Kartoffeln behandelt worden, müssen sie auch entsprechend gekennzeichnet werden. Bei verpackten Kartoffeln steht dann drauf: „nach der Ernte behandelt“. Bei losen Kartoffeln muss diese Information auf einem Schild sichtbar angebracht werden. Wer nun unbehandelte Kartoffeln verarbeiten und verzehren will, sollte im Geschäft zu Bio-Ware aus der Region greifen. Denn chemische Keimhemmer sind im Bioanbau verboten.

Weitere Infos finden Sie auch im Netz unter vsz.be

 

Infos: Bernd Lorch, Verbraucherschutzzzentrale Ostbelgien, Foto BRF

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